Anachronismus

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Der Anachronismus bezeichnet den Zustand des nicht mehr dem Zeitgeist Entsprechenden, aus der Mode Gekommenen oder durch den technischen Fortschritt obsolet Gemachten. Das kann sowohl Geisteshaltungen, Staatsformen, künstlerische Stilmittel, Ausdrucksweisen, Umgangsformen, das äußere Erscheinungsbild des Menschen sowie Privilegien für gewisse Bevölkerungsgruppen als auch technische Abläufe, sexuelle Praktiken und werktechnische Vorgänge betreffen. Bezeichnend dabei ist, dass alle paar Jahrzehnte das „Aus der Mode gekommene“ in sogenannten Retrowellen wieder „In Mode kommt“ und das gerade in Mode gekommene wieder verdrängt. Menschen, die die aktuellen Anachronismen nicht beachten und unbeirrt weiter praktizieren, gelten als reaktionär und konservativ.

[Bearbeiten] Anachronistische Geisteshaltungen (Stand Februar 2007)

Westerwelle herz
Die Ächtung homosexueller Zeitgenossen ist heute auf ein erträgliches Niveau gesunken und ermöglicht vielen Politikern einen Aufstieg auf der Karriereleiter.
  • Das Recht des Stärkeren geht nicht mehr konform mit der aufgeklärten, von Solidarität geprägten Geisteshaltung, die offiziell in vielen Ländern der Erde vorherrscht. Nur in den USA, Indien, China, Nordkorea, in fast allen Teilen Afrikas, Russland, Weißrussland, Ukraine, Rumänien, Polen und vielen anderen Staaten wird dieses Recht nicht als anachronistisch empfunden, da es dort den wirtschaftlichen Aufschwung, die Unterdrückung freiheitlich denkender Menschen und die Korruption extrem behindern würde.
  • Das romantisch geprägte Künstlerbild des leidenden Künstlers, der sich für sein künstlerisches Schaffen psychisch und physisch aufopfert, wird zwar auch heute immer noch von einigen Künstlern gelebt, entspricht aber nicht mehr dem modernen Künstlerbild, in dem der Kulturschaffende sich hauptsächlich um seine materielle Existenz und persönlichen Erfolg zu sorgen hat.
  • Nationalsozialistisches Gedankengut wabert zwar auch heute immer noch durch viele Gehirnwindungen unbedarfter Menschen, doch allgemeinhin gilt das faschistische Denken und Handeln als anachronistisch. Die Bewohner brauner Löcher sehen das allerdings gänzlich anders und bezeichnen ihrerseits ein pluralistisches - dem Multikulturellen gegenüber aufgeschlossenes Denken - als überholt und volksverräterisch.
  • Die Auslegung der Frauenrolle als Gebärmaschine, Mutter und Sexualobjekt gilt als gesellschaftlicher Anachronismus und hat sich in vielen Teilen Deutschlands hin zu einem modernen, karrierebewussten Frauentyp verändert, auch wenn das viele Männer, Kardinäle, Priester und Personalchefs noch nicht mitbekommen haben. Ernsthafte Versuche, das Bild der Frau in Deutschland wirklich zu modernisieren werden immer wieder von reaktionären Parteipolitikern aus CDU und CSU torpediert. In anderen Ländern, wie z.B. Frankreich ist man da schon etwas weiter und hat den Frauen durch die staatlich geförderte Kinderbetreuung die Möglichkeit gegeben, Beruf und Mutterschaft miteinander zu verbinden.
  • Die gesellschaftliche Ächtung und Diskriminierung homosexueller Zeitgenossen gilt als anachronistisch und immer mehr Schwulen gelingt es, in verantwortungsvolle Positionen aufzusteigen. Galt früher eine Homotunte ein schwuler Bürgermeister oder Bundestagsabgeordneter noch als absolut undenkbar, sitzen heute vermehrt Homosexuelle in den Parlamenten und Rathäusern.
  • Die anachronistische Ausgrenzung von Behinderten und deren Abschiebung in Behindertenanstalten und Irrenhäuser wird heute in einigen Ländern nicht mehr praktiziert und ist dort durch Quotenregelungen und Anti-Diskriminierungsgesetze ersetzt worden, die den Anteil behinderter Menschen am öffentlichen Leben festlegen sollen. Damit ist ein großer Schritt getan, um die gesellschaftliche Akzeptanz behinderter Menschen scheinbar voran zu treiben und die Prämisse „Alle Menschen sind gleich“ zumindest auf dem Papier durchzusetzen.

[Bearbeiten] Anachronistische Staatsformen (Stand Februar 2007)

  • Die Monarchie als Staatsform hat sich überlebt und wird in den meisten monarchisch ausgerichteten Ländern nur noch in Form einer repräsentativen Monarchie praktiziert. An deren Stelle ist die Demokratie westlicher Prägung getreten, deren Export in den Mittleren Osten zur Zeit gewisse Probleme mit sich bringt.
  • Die Diktatur als Staatsform existiert zwar nach wie vor, gilt jedoch wegen ihrer Ineffizienz und Verschwendungssucht als anachronistisch. Zu viele Ressourcen und finanzielle Mittel werden für den Personenkult des Diktators, seine militärischen Steckenpferde und prunkvollen Paläste verschwendet und stehen nicht dem Wirtschaftskreislauf des betreffenden Landes zur Verfügung.
  • Der Kommunismus marxistisch-leninistischer Prägung, der auch im ostdeutschen Reich 40 Jahre lang für Engpässe bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Freiheit sorgte, hat sich überholt und wurde durch den eigentlich widersinnigen kapitalistischen Kommunismus chinesischer Prägung abgelöst. Dieser gewährleistet zweistellige Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts bei gleichzeitiger geistiger Totalkontrolle der Bevölkerung und gilt somit als zukunftsträchtige Staatsform weltweit.
  • Gottesstaaten wie z.B. der Iran, in denen es keine Trennung von Politik und Religion gibt und die strengen Regeln des Korans gleichzeitig die Grundlagen für das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen, werden von aufgeklärten, westlich geprägten Menschen als mittelalterlich und anachronistisch empfunden. Doch die Islamisten leben in einer anderen Welt und empfinden ihrerseits die hedonistische Lebensart der amerikanisierten westlichen Welt als überholt und bekämpfungswürdig. Ein objektiver Standpunkt bei der Bewertung dieses Anachronismus existiert also nicht.

[Bearbeiten] Anachronismen in der Wirtschaftswelt (Stand Februar 2007)

  • Die Soziale Marktwirtschaft, die in Deutschland und anderen westeuropäischen und skandinavischen Staaten seit dem Zweiten Weltwettessen praktiziert und in den Stand der einzig wahren Lehre erhoben wurde, ist aus Sicht anderer - den ausbeuterischen Raubtierkapitalismus praktizierenden - Länder vollkommen anachronistisch, da er zu immenser Staatsverschuldung führt, die Bürger faul und bequem macht und viel zu viele Mittel für den Unterhalt sozial schwacher Menschen verschwendet.
  • Auch der in Deutschland praktizierte, einzigartige Kündigungsschutz gilt als anachronistisch, da er den Unternehmern viel zu viele Restriktionen bei der Kündigung ihrer Mitarbeiter auferlegt und saisonal bedingte Neueinstellungen verhindert.
  • Die Forderung nach einem Mindestlohn ist in einer zunehmend globalisierten Wirtschaftswelt hoffnungslos anachronistisch, da es immer mindestens drei andere Arbeitnehmer (vor allem aus Osteuropa und Fernost) geben wird, die den entsprechenden Job auch für einen Bruchteil des geforderten Mindestlohns übernehmen würden, da sie froh wären, irgendeine sinnvolle Lebensaufgabe zu haben, für die sie auch noch geringfügig mehr als den aktuellen Hartz IV-Satz bekommen würden. Einzig ausgenommen ist natürlich die Einkommensgarantie derApotheker. Bei denen geht es ja auch um unser ALLER Wohl.
  • Familienunternehmen, die von Patriarchen geführt werden, welche sich persönlich um das Wohl ihrer Angestellten kümmern, gelten heute als nicht mehr wettbewerbsfähig. Das von einem korrupten und überbezahlten Aufsichtsrat geführte Unternehmen mit globaler Orientierung ist heute das Maß aller Dinge und gilt als das einzig erfolgversprechende Unternehmensmodell.

[Bearbeiten] Anachronismen in Technik und Wissenschaft (Stand Februar 2007)

DMC h6
Spritschluckende Monsterautos gelten in ökologisch bewussten Gesellschaften als geradezu lächerlich anachronistisch.
  • Autos mit 4 - 6 Litern Hubraum, einem Benzinverbrauch von 20 l/100km und einem Schadstoffausstoß, der so manches chinesisches Kohlekraftwerk alt aussehen lässt, gelten heute in vielen westlich orientierten Industrieländern Ländern als ökologisch unhaltbar und anachronistisch. In Ländern, welche die Wandlung zum industrialisierten, kapitalistisch geprägten Zivilisationsland erst vor sich haben, gelten sie dagegen als erstrebenswerte Statussymbole für Wohlstand und Modernität.
  • Die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen gilt angesichts der Drohenden Klimakatastrophe als die Existenz der Menschheit bedrohender Anachronismus, der schon längst durch ökologisch vertretbare Alternativen wie Affenkraft, Windkraft, Solarenergie und wasserstoffbetriebenen Motoren hätte ersetzt werden können. Doch ein kostenintensives Ökologisches Bewusstsein muss man sich auch leisten können und wirtschaftlich aufstrebende Länder wie China oder Indien, aber auch Weltmächte wie die USA oder Russland empfinden ihrerseits Ökologisches Bewusstsein als überholt und anachronistisch, bremst es doch den raubtierkapitalistischen Wirtschaftsmotor ihrer Volkswirtschaften.
  • An vielen Schulen wird heute immer noch das total anachronistische Atom-Modell gelehrt, in dem Elektronen auf Bahnen die Atomkerne umkreisen, obwohl dieses Modell als hoffnungslos veraltet und nicht der Realität entsprechend gilt. Die aktuellen Erkenntnisse der quantenphysikalischen Forschung haben sich noch nicht ihren Weg in die Schulbücher der Verdummungs-Institute gebahnt und werden dort erst erscheinen, wenn die nächste quantenmechanische Erleuchtungsstufe die heutigen Erkenntnisse als unwahr entlarven wird.
  • Wer heute seine Briefe noch mit der Schreibmaschine oder sogar mit der Hand schreibt und auf einen Computer mit Textverarbeitungsprogramm verzichtet, gilt als bemitleidenswert unmodern und rückwärts gewandt. Viele Finanzämter verweigern heute eine handgeschriebene Steuererklärung und bestehen auf einem mithilfe des Computers erstellten Schriftsatz, was die Bilanzen und Steuererklärungen allerdings nicht wahrheitsgetreuer macht.

[Bearbeiten] Anachronistische künstlerische Stilmittel (Stand Februar 2007)

Modernekunst
Abstrakte Kunst, deren Sinn nicht erfassbar ist, wird von vielen Menschen als anachronistisch empfunden.
  • Die plumpen, von Dilettantismus geprägten Ausdrucksmittel der Aktionskünstler und modernen Maler sind aus der Mode gekommen. Heute wird wieder vermehrt auf gegenständliche Malerei bzw. Bildhauerei gesetzt, weil viele Kunstinteressierte die intellektuellen Auswürfe der Aktionskünstler und ihre eigenen, an den Haaren herbeigezogenen Interpretationsversuche satt haben.
  • Die verstörenden musikalischen Gebilde der zeitgenössischen Kunstmusik, die nach dem Zweiten Weltwettessen längere Zeit absolut en vogue waren und nicht schräg genug klingen konnten, gelten als überholt und sind einem minimalistischen Musikstil gewichen, der keinem mehr weh tut. Die sogenannten Serialisten bleiben heute unter sich und führen ihr kleines, staatlich subventioniertes Nischen-Dasein unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
  • Viele Theaterinszenierungen im späten 20. Jahrhundert waren darauf ausgelegt, das Publikum möglichst massiv zu schockieren und den Sinn des dargebotenen Stücks so zu verzerren, dass keiner mehr wusste, worum es eigentlich ging. Fäkalien auf der Bühne, kopulierende Leiber, eine verrohte Sprache und verwirrende Regieeinfälle gaben dem Publikum den Rest und vertrieben das Theaterpublikum in Scharen. Dieser Anachronismus besteht zwar auch heute noch in einigen Schauspielhäusern fort, wurde aber weitgehend abgelöst durch leichter goutierbare Theaterkost, die keinen mehr verschreckt und den unterhaltenden Aspekt des Thaters hervorhebt.
  • Die synthetiklastige Popmusik der 1980-er Jahre, die fast jedes herkömmliche Instrument durch schlechte Samples und maschinell klingende Artefakte ersetzte, klingt in den Ohren heutiger Hip Hop- und Grunge-geschädigter Jugendlicher altbacken und anachronistisch. Doch immer wieder schwappen Retrowellen durch die Musikbranche und schwemmen Klanggebilde aus dieser Zeit auf die Plattenteller der DJs und MP3-Player der Musikkonsumenten.

[Bearbeiten] Anachronistische Ausdrucksweisen (Stand Februar 2007)

  • Das menschenfeindliche, von Dyslexie geprägte Amtsdeutsch ist in den meisten Behörden und Unternehmen einerm Sprachmix aus Anglizismen und dem Lansprech entlehnten Fragmenten gewichen. Dieser Sprachmix gilt als modern und hip und wird auch von Politikern zunehmend adaptiert.
  • Früher, als die Jugendlichen noch wohlerzogen waren, machte man sich gegenseitige „Avancen“ was meistens in einem „Miteinander gehen“ mündete. Ganz verruchte Paare begannen auch schon „Liebe zu machen“ bevor sie verheiratet waren und schworen sich alsbald den „Bund fürs Leben.“ All diese Ausdrucksweisen werden heute in Internet-Chats und Kontaktbörsen nicht mehr verwendet, da sie als anachronistisch empfunden werden und das Lebensgefühl der jungen Menschen nicht mehr wiederspiegeln. Heute „reißt man sich was Geiles“ für den „One-Night-Stand“ auf und „pimpert“ bis es hell wird, um daraufhin den Tagesabschnittspartner, dessen Namen man meistens noch nicht einmal erfahren hat, nie wieder zu sehen.
  • Die Anrede „Sehr geehrter Herr.../Sehr geehrte Frau...“ in Briefen, und E-Mails gilt als anachronistisch und weicht immer mehr einem saloppen „Hallo...“ „Hi...“ bzw. „Tachauch...“

[Bearbeiten] Anachronistische Umgangsformen (Stand Februar 2007)

  • Der Handkuss, den gutgekleidete Kavaliere vornehmen Damen bei der Begrüßung auf den edlen Handrücken drücken, ist extrem anachronistisch und gilt zudem als unhygienisch. Er wird heute nur noch von manirierten Adeligen und greisen französischen Staatspräsidenten bei der Begrüßung deutscher BundeskanzlerInnen praktiziert.
  • Emanzipierte Frauen empfinden das kavalierhafte Aufhalten von Eingangstüren als erniedrigend und anachronistisch und bestehen darauf, sich selber, ohne männliche Hilfe Zugang zu einem Raum zu verschaffen.
  • Die Angewohnheit in Ehegemeinschaften, dass die Frau in der Öffentlichkeit immer drei Schritte hinter ihrem Mann zu gehen hat, ist in den meisten westlichen Ländern einem gleichberechtigten nebeneinander Hergehen gewichen. Nur in islamischen Staaten, Neukölln und dem reaktionären Tauberbischofsheim sieht man noch die hinter ihrem Mann herkriechende Burka- bzw. Kopftuchträgerin.

[Bearbeiten] Anachronistische Erscheinungsbilder und Lebensauffassungen (Stand Februar 2007)

Kotletten
Kotletten, die bis in den Halsbreich hinein wachsen gelten als extrem anachronistisch und verleihen dem Träger einen neandertaleskes Aussehen.
  • Der langhaarige, ungewaschene Hippie, der in Blumenkleidern und Jutepullovern durch seine Existenz stolpert und allen Menschen offenbart, dass nur die Liebe zählt, gilt als absolut anachronistisch und kann heute nur noch müde belächelt bzw. aggressiv angefeindet werden. Die Zeiten von Love & Peace sind vorbei, heute weht ein anderer Wind und Begriffe wie Karriereleiter, Überlebenskampf und egozentrische Selbstverwirklichung stehen ganz oben auf der Agenda des modernen Menschen.
  • Das Tragen von Kotletten, die bis in den Halsbereich hineinwachsen, gilt heute als unmodisch und veraltet und wird nur noch von Elvis-Presley-Verehrern und rasierfaulen Männern praktiziert.
  • Frauen, die es trotz ihrer üppigen, birnenförmigen und hängenden Oberweite ablehnen, einen BH zu tragen, weil sie es als unbequem empfinden oder mit ihrem ökologischen Gewissen nicht vereinbaren können, gelten als bemitleidenswert und ihr naturverbundenes Verhalten wird als anachronistisch eingestuft. Dies gilt allerdings nicht in islamistischen Ländern, wo alle weiblichen Attribute der Frau ohnehin unter Schleiern oder tragbaren Fertighäusern versteckt werden und die hängende Brust somit ohnenhin kein Auge verletzen kann.

[Bearbeiten] Anachronistische Privilegien (Stand Februar 2007)

  • Die finanziellen und sozialpolitischen Privilegien des Beamtentums sind heute zwar noch existent, werden aber von der Bevölkerung als überholt und ungerecht empfunden. Warum Menschen, die während ihrer Arbeitszeit hauptsächlich schlafen und Kaffee trinken, um wieder wach zu werden, besondere Prvilegien haben sollen, keine Krankenkassenbeiträge zahlen und überdurchschnittlich hohe Pensionen bekommen, ist unverständlich und wird von normalen, nichtprivelegierten Werktätigen als anachronistisch empfunden.
  • Die privelegierte Behandlung einflussreicher Wirtschaftlenker in Korruptionsprozessen gilt als anachronistisch und stört den sozialen Frieden einer Gesellschaft. Warum das Rechtswesen hier mit zweierlei Maß misst und bei der Beurteilung der von Wirtschaftsbossen begangenen Kapitalverbrechen immer ein Auge zuzudrücken scheint, ist eine Frage, auf die der kleine Mann von der Straße keine Antwort findet, obwohl diese offensichtlich ist. Diese Privilegien stammen aus einer Zeit, in der die Mächtigen unantastbar waren und die Prämisse: „Gleiches Recht für Alle“ noch nicht einmal in einem geschriebenen Gesetzestext auftauchte und wurden in unsere moderne Zeit hinübergerettet, um den Wirtschaftslenkern freie Bahn bei ihren wertschöpfenden Aktivitäten zu gewährleisten.

[Bearbeiten] Anachronistische Sexualpraktiken (Stand Februar 2007)

  • Die Missionarsstellung hat sich überholt. Heute muss es hart, abwechslungsreich und gefährlich zur Sache gehen und der Blümchensex gilt als langweilig bzw. nicht mehr zeitgemäß. Sex in ungewohnten Umgebungen und außergewöhnlichen Stellungen wird dem anachronistischen Herumgeturne im heimischen Ehebett vorgezogen und erst, wenn die Waschmaschine, die Biotonne oder der Wickeltisch unter den wild zuckenden Leibern zu wackeln beginnt, meinen die Sexualpartner, Sex auf der Höhe der Zeit zu praktizieren.
  • Die herkömmliche sexuelle Rollenverteilung: aktiver Mann - passive Frau wurde im Rahmen der Frauenemanzipation verdrängt durch eine Rollenverteilung, bei der oftmals die Frau den aktiveren Part im sexuellen Akt übernimmt und mit dem eingesprungenen Rittberger vom Wandschrank den Sexualpartner beglückt und erstaunt. Vielen faulen, dickbäuchigen Männern ist dieser Wandel sehr willkommen, da sie nun ihre wabbelnden Körper beim Geschlechtsakt nicht mehr so strapazieren müssen und dadurch die Gefahr eines Herzinfarktes verringern.

[Bearbeiten] Anachronismen im Lebenswandel (Stand Februar 2007)

  • Rauchen gilt unter des Denkens mächtigen Menschen heute als selbstzerstörerischer Anachronismus und wird von Nichtrauchern immer mehr als intolerable Belästigung empfunden. War das Rauchen früher noch Ausdruck von Coolness, Draufgängertum und Lebensfreude - was es für viele Teenager heute immer noch symbolisiert - werden Raucher heutzutage immer mehr an der Ausübung ihrer Sucht gehindert. In ärmeren, intellektuell minderbemittelten Bevölkerungsschichten gilt das Rauchen aber immer noch als schick, nachahmenswert und unterdrückt außerdem das ständige, durch zu niedrige Hartz IV-Zuteilungen verursachte Hungergefühl.
  • Alkoholismus wird heute als Krankheit angesehen und öffentlicher Alkoholmissbrauch wurde lange Zeit geduldet und als Kavaliersdelikt betrachtet. Doch das Bild hat sich gewandelt und immer mehr Alkoholiker trinken heute lieber heimlich, um sich nicht den bemitleidenden bzw. verachtungsvollen Blicken ihrer Mitmenschen aussetzen zu müssen. Es gibt aber auch Länder wie z.B. Australien, England, Deutschland und Neukölln, in denen der öffentliche Alkoholmissbrauch nach wie vor gesellschaftsfähig ist und ausufernd praktiziert wird.

[Bearbeiten] Religiöse Anachronismen (Stand Februar 2007)

  • Der von katholischen Priestern und Kardinälen praktizierte Zölibat gilt als total anachronistisch, da er die Gottesmänner dazu zwingt, sich an wehrlosen Ministranten zu vergehen oder Sodomie zu praktizieren, was nicht im Sinne der Erfinder sein kann. Die evangelische Kirche hat demonstriert, dass verheiratete Pfarrer, die den Geschlechtsverkehr lustvoll praktizieren, nicht weniger heilig sind als ihre sexuell ausgehungerten katholischen Kollegen und eine Abschaffung des Zölibats gilt seit langem als überfällig.
  • Die Tatsache, dass Frauen nicht die katholische Priesterweihe bekommen können, ist ein Anachronismus, der aus dem Weltbild der Katholischen Kirche leider immer noch nicht wegzudenken ist. Da die Frau per se als sündiges Geschöpf gilt, das für die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies verantwortlich ist, kann sie unmöglich Gottes Wort auf Erden verbreiten und findet nur als leidende Nonne oder Haushälterin des Pfarrers ihren Platz in der kirchlichen Gemeinschaft.

[Bearbeiten] Fazit

Anhand der angeführten Beispiele lässt sich nicht eindeutig definieren, welche Anachronismen - objektiv gesehen - tatsächlich anachronistisch sind, da es auf die Perspektive ankommt. In Einzelfällen scheint es tatsächlich globale Anachronismen zu geben, doch in den meisten Fällen sind die Blickwinkel der verschiedenen Kulturkreise auf ein und denselben Anachronismus einfach zu unterschiedlich und eine objektive Beurteilung daher unmöglich. Besonders die wirtschaftlichen und ökologischen Anachronismen stehen in direktem Zusammenhang mit der zivilisatorischen Entwicklungsstufe einer Volksgemeinschaft und Dinge, die im Westen als selbstverständlicher Anachronismus gelten, werden in Schwellen- und Vierte-Welt-Ländern gänzlich anders beurteilt.


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