Der Fall des Oströmischen Reiches

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in Latein gehaltener Textpassagen
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Disambig-grau Dieser Artikel ist Teil des epischen uncyclopedischen Monumentalwerks Römer und Germanen, mit dessen Fertigstellung in etwa im Oktober 2128 zu rechnen ist. Aus diesem Grund trägt dieser Beitrag auch den Alternativtitel Episode XXX..


[Bearbeiten] Praeludium - Natum regnum romanum vacerrae

Römisches Reich 395 aCn

Reichsteilung unter Theodosius I. Die Ausgangslage für den Fall des oströmischen - später byzantinischen - Reiches (violett).

Nach dem uncyclopedischen Kassenschlager "Der Fall des Weströmischen Reiches" endlich die Fortsetzung: Der Fall des Oströmischen Reiches; nicht minder aufregend und mit alten Bekannten und neuen Protagonisten. Die Reichsteilung des Imperiums, In Westrom und Ostrom (bzw. Byzanz) fand im Jahre 395 p.C.n. statt. Was bisher geschah lesen Sie hier. Meinetwegen auch hier und vielleicht auch hier.

Erinnern wir uns: 395 p.c.n. teilt Kaiser Theodosius I aufgrund seiner Neigung zur Spalterei das Reich. In weiser Voraussicht was noch kommen würde, teilte er das Imperium an der Stelle, an der dereinst die Grenze zwischen der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche eingerichtet werden wird. Es ziert eine weströmische Hälfte unter den Päpsten und eine Osthälfte mit den Popen auf der anderen Seite den (spät)antiken Globus (oder welche Form auch immer man damals für die Erde annahm). Während Westrom einem relativ schnellen Untergang entgegendümpelt, wenden wir uns also Byzanz zu. Und wie gehabt beschäftigen wir uns mit dem Staatsoberhaupt. Der erste rein oströmische Kaiser war der Sohn Theodosius' I.

[Bearbeiten] Domus Valentiniani

Der Name dieses Hauses bzw. dieser Dynastie stammt noch aus gesamtrömischen Zeiten. Er geht auf Kaiser Valentinian III zurück. Da dies aber noch ein direkter Vorfahre von Arcadius, bzw. Theodosius des Spalters war, hatte man sich nicht die Mühe gemacht, den Namen zu ändern. Wie dem auch sei, das Kapitel ist ohnehin nur nach der Dynastie benannt, weil dem Autoren gerade nichts besseres eingefallen ist und sich mit dieser Erklärung überdies noch ein paar Zeilen schinden lassen. Schließlich wird von historischen Werken eine gewisse Ausdehnung erwartet. Wenn es dabei noch um Römer geht ist dies ja ohnehin mehr oder weniger selbstverständlich. Römische Autoren waren schließlich auch nie in der Lage, einen einfachen Sachverhalt in weniger als siebzehn Zeilen zu schildern.

Arcadius
Kaiser Arcadius war achtzehn Jahre alt, als er den byzantinischen Thron bestieg. Nicht, dass er wirklich das Sagen gehabt hätte, das hatte ein gelernter Schuster, den die beschissene Wirtschaftslage in die Militärlaufbahn getrieben hatte. Immerhin, er war byzantinischer Prätorianerpräfekt. Wir erinnern uns: Das war eben jene Ehrengarde, die zumeist darüber entschied, wie alt der aktuelle Kaiser wurde. Flavius Rufinus, so hieß der Mann, wollte denn auch sicherstellen, dass zumindest seine Gene den Thron besteigen sollten und versuchte, Arcadius seine Tochter anzudrehen. Dabei hat er übersehen, dass dies hier ein weiterer Teil des Zyklus „Römer und Germanen“ ist. Deshalb heiratete der junge Arcadius (es war auch nicht seine eigene Idee) die Fränkin Aelia Eudoxia. Das hatten deren Vater Bauto (ein General) und ein Mann namens Eutropius (ein Eunuch) eingefädelt.
Kaiser Arcadius war allerdings völlig unpolitisch, also konnte Rufinus sich erstmal an den nächstbesten Opfern, die er in den byzantinischen Heiden fand, abreagieren, mit Stilicho, den es nach Grenzkorrekturen gelüstete, balgen und die Westgoten zu einem Aufstand unter Alarich I. aufstacheln. Dabei hatte er immer die Ambition Kaiser anstelle des Kaisers zu werden. Arcadius selbst schenkte dem keine Aufmerksamkeit und schlichtete lieber die Streitereien zwischen seiner Frau und dem Bischof von Byzanz, namentlich Johannes Chrysostomos. An sich nebensächlich, doch immerhin ein Indiz dafür, dass alles, in das sich die Kirche einmischt, zum Untergang verurteilt ist.
Wie dem auch sei, Rufinus fiel einem Mordanschlag Stilichos zum Opfer, die Macht lag erstmal wieder bei einem Goten, namentlich Gaina. Der war schlau genug, die Macht nach nur sechs Monaten als formaler Herscher der Kaiserin zu überlassen. Arcadius setzte dem nichts entgegen. Kaiser Eudoxia überredete Alarich, seine Beutezüge von Ostrom nach Westrom zu verlagern, zeugte einen Sohn mit Kaiserin Arcadius, verbannte, nachdem er ihren neugeborenen Sohn auf den Namen Theodosius II, getauft hatte, eben diesen Bischof Johannes Chrysostomos[1]. Dann zeugte Kaiser Eudoxia ein weiteres Kind mit ihrer Frau Arcadius und starb daran. An der Geburt des Kindes wohlgemerkt, nicht am Zeugungsakt.
Eigentlich hätte Arcadius jetzt regieren müssen, aber er ließ dies - nicht unüblich - den Prätorianerpräfekten Oberführer Anthemius tun. Der ließ ein paar nebensächliche Räuberbanden im Süden und Osten unterwerfen und sorgte ansonsten dafür, dass Alarich und Stilicho sich weiter zerfleischten. Prinzipiell hätte Arcadius hier politisch aktiv werden können und Anthemius Ermordung anordnen sollen, doch er umging auch dieses, indem er - etwas unstandesgemäß - eines natürlichen Todes starb. Das mag zwar etwas feige erscheinen, war aber vermutlich der bequemste Weg, sich aus der Pflicht zu stehlen.

Theodosius II
Theodosius II. kam 408 p.C.n. als Siebenjähriger auf den Thron. Aufgrund des weisen Beschlusses seines Vaters, sich nicht in die Politik des Reiches einzumischen, hatte auch niemand Einwände dagegen. Für den Anfang regierte also Anthemius weiter, der Pimpf Theodosius II. musste ja erstmal Lesen und Schreiben lernen (eine Sache die Byzanz der BRD offenbar voraus hatte - erst die Schule beenden, dann "Karriere" machen) und eventuell alt genug werden, ermordet werden zu können, ohne dass dies am Ende noch wie ein einfacher Kindesmissbrauch daherkommt.
Theodosius stand aufgrund seiner Jugend also erst unter der Fuchtel Anthemius' und dann unter der seiner Schwester Pulcheria. Nicht mal ein echter Fotzenknecht, schließlich war es seine Schwester[2]. Das hatte auf das Reich allerdings kaum Auswirkungen, denn wie die meisten Frauen, war Pulcheria zumeist mit Frauensachen beschäftigt. Der Höhepunkt ihres Handels bestand darin, ihren Bruder in die Ehe zu treiben. Die Braut war Heidin und musste somit zwangsgetauft werden. Für die Geschichte war auch dies ohne Bedeutung. In die Zeit von Pulcherias Regierung fiel dann auch einer der ersten religiös motivierten Morde seitens der Christenheit. Eine Schar christlicher Helden in Ägypten brachte eine heidnische Philosophin mit A-Promi Status um. Da die geschäftsführende Kaiserin ja aber immerzu beschäftigt war, kam es nie zu einer Aufklärung des Tathergangs. Sie verließ sich darauf, dass der lokale Kirchenvorstand den Ermittlern hilfreich zur Hand gehe. Falsch gedacht; der hatte vermutlich den Mord veranlasst.
So um 425 p.C.n. durfte Theodosius II. dann endlich selber ran. Seine Leistungen waren fast so bescheiden, wie die seines Vaters. Er wollte Valentinian den III. in Westrom krönen, kam aber zu spät. Dann legte er den Grundstein für die Delatinisierung Byzanzens in dem er nur noch griechischsprachige Wissenschaftler förderte. Und er legte den Grundstein für spätere inquisitorische Anstrengungen, da er in dem Irrglauben lebte, "Sünde" und "Verbrechen" wären das Gleiche[3]
Bedenkt man also, dass Theodosius II. theoretisch zweiundvierzig Jahre lang Kaiser gewesen ist, hat er eigentlich in der Zeit, in der er auch wirklich regieren durfte, nichts Sinnvolles zu Stande gebracht. Dementsprechend unspektakulär fiel er vom Pferd und starb.

Marcianus
Der Nachfolger, den Theodosius II. auf dem Sterbebett bestimmt hatte. Kein Byzantiner, kein Römer, sondern Thraker. Das macht ihn aus heutiger Sicht zu einem Griechen, Bulgaren oder Türken. Bei näherer Betrachtung wurde er vermutlich auch nur Kaiser, weil er als hoher Offizier wichtig genug war und das richtige Gebetsbuch hatte. Mittlerweile gab es sehr viele christliche Sekten, von denen es einige gab, denen man keinesfalls angehören durfte, um den Kaiserpurpur tragen zu können. Ein weiterer Beweis dafür, dass das Christendumm nichts als Ärger gebracht hat. Zu heidnischen Zeiten musste man einfach nur dem römischen Glauben angehören, unabhängig davon, welcher religiösen Auslegung man den Vorzug gab.
Marcianus enterte also den Thron und wurde mit der auch nicht mehr ganz taufrischen (sie dürfte den Wechseljahren nicht mehr allzu fern gewesen sein) Pulcheria verheiratet. Ihr fortgeschrittenes Alter dürfte aber nicht von Bedeutung gewesen sein, sie war ja ohnehin eine eiserne Jungfrau. Marcianus, absoluter Praktiker, feierte seine Inthronisation mit einem Blutbad: Alle Ratgeber Theodosius II. wurden enthauptet. So belasteten sie nicht die Pensionskasse. Drei Jahre später starb auch Pulcheria.
Seine Amtszeit verbrachte Marcianus damit, kampflos den Ostgoten und Gepiden Teile des Reiches zu überlassen, zu ignorieren, dass Rom von Vandalen gebrandschatzt wurde und vor den Persern zu kuschen. Einzig den Hunnen drohte er. War aber auch nur eine Sparmaßnahme: Er stellte die Tributzahlungen an eben diese ein. Im Nachhinein ein kluger Schachzug, denn die Hunnen waren Widerworte nicht gewöhnt und griffen aus lauter Verwirrung den Westen statt den Osten an. Das Ende der Geschichte lesen Sie hier. Zumindest so lange sich niemand mit dem Thema spezifisch befasst.
Das Volk liebte Marcianus. Er starb durch Steinschlag (Unfall). Sang- und klangloses Ende des Hauses Valentinian.

[Bearbeiten] Dynastia Thrakia

Man könnte jetzt natürlich darüber streiten, ob diese Dynastie bereits mit Marcianus angefangen hat. Hat sie technisch gesehen aber nicht, denn Marcianus war nicht der Vater des nächsten Kaisers. Wenn man davon ausgeht, dass Marcianus von Thedosius adoptiert worden ist (so in etwa fünf Minuten bevor dieser den letzten Schnaufer tat) wäre er ja Angehöriger des Hauses Valentinians gewesen. Auch wenn der Gentest da etwas anderes behauptet hätte. Aber in diesem Falle geht der Gedanke vor der Wissenschaft. Übrigens ein Ansatz, dem man heute auch wieder verstärkt folgen sollte. Wissenschaftler haben doch noch nie etwas anderes getan, was das Leben einfacher und ein bisschen erträglicher macht. Das meiste, das die Wissenschaft hervorgebracht hat, hat gleich so viele Haken, dass es auch niemand haben will.

Der Begründer dieser neuen Dynastie war der alanische Heermeister Ostroms Aspar. Der hatte fast das gleiche Problem wie sein weströmischer Amtskollege Ricimer. Weniger das Problem, dass sie beide Germanen waren, sie bellten, glaubenstechnisch, den falschen Baum an. Thrakien waren nach byzantinischer Weltanschauung Lumpenpack. Diebe, Mörder, Räuber. Aber kirchenkompatibel byzantinisiert genug, dass die Wohlerzogeneren unter ihnen auch in Byzanz geduldet wurden. Geduldet, wohlgemeint, das heißt in die angesagten Clubs der Stadt ließ sie man sie eigentlich nicht, die Herrenhäuser betraten sie als Gärtner oder Putzfrau (wenn überhaupt) und ihr Stadtviertel Thrakia Parva hatte einen denkbar miesen Ruf. So machte Asper einen relativ unbedeutenden Soldaten namens Leo zum Kaiser.

Leo I.
Leo I., später auch Leo der Schlächter, von des Heermeisters Gnaden neuer Kaiser in Byzanz, sollte nun die Marionette Aspars sein. Ein Schattenkaisertum, wie es im Westen etabliert wurde. Aber der Schuss ging in den Ofen. Leo I. war erheblich intelligenter als Aspar und zeigte ihm mehr oder weniger den Stinkefinger. Er schmiss die Prätorianer aus dem Palast und ersetzte sie durch die Excubitores. Offensichtlich hatte er zu viele schlechte Science-Fiction Filme gesehen. Die neue Garde bestand aus Isauriern. Selbst nach thrakischen Maßstäben Mordgesindel.
Leos erste Tat war dann, Afrika nicht zurückzuerobern. Das verlief im Sande. Der zweite Streich war, die Ostgoten immer noch nicht aus Pannonien zu vertreiben. Das boykottierte Aspar. Der dritte Streich bestand darin, Aspar und dessen ältesten Sohn, Arbudarius, deren Gefolgsleute und Freunde Verwandte und Bekannte umzubringen. Nur Aspars Sohn Nummer zwei, Patricius und Sohn Nummer drei, Emmerich, konnten entkommen. Das wiederum schmeckte den Goten nicht. Also wurde wieder ein Gote Heermeister. Ein Problem, das Römer schon seit Jahrzehnten hatte. Goten. Leo I. starb in seinem Bett. Noch ein Kaiser, den man getrost hätte überspringen können.
Seine Enkel Leo II. ist irrelevant. Nach 10 Monaten einfach gestorben.

Zenon
Der Vater Leos II. Eigentlich mochte ihn niemand, nicht mal sein eigener Vater, Leo I. Aber sonst war wieder kein anderer Kaiser verfügbar und Zenon war immerhin einigermaßen bekannt. Er war etwa so bekannt und beliebt wie ein gewisser deutscher politischer No Name vor seiner Berufung in sein Amt als Wirtschaftsminister. Mit anderen Worten, niemand konnte ihn leiden. Das mochte wohl daran liegen, dass er in Wirklichkeit Taradiscossa hieß und Türke war. Er wuchs im tiefsten Anatolien auf.
Seine Schwiegermutter intrigierte deshalb gegen ihn und so wurde nach ein paar Monaten ein gewisser Basiliskos Kaiser. Der stellte sich allerdings so dämlich an, dass die Armee zu Zenon überlief und er wieder den Thron besetzen konnte. Danach passierte nicht mehr viel, da die Excubitoren ihren Vorgängern, den Prätorianern in nichts nachstanden und einen Dreck auf ihren Chef gaben. Alles was Zenon in ziemlich vielen Regierungsjahren fertig brachte, war Theoderich nach Italien zu schicken, um Odoaker abzuschaffen (siehe Der Fall des Weströmischen Reiches). Prinzipiell saß Zenon alles aus, was auf ihn zukam. Vermutlich passierte deshalb auch nichts Nennenswertes. Das erste größere Schisma zwischen West- und Ostkirche fiel noch in seine Regierungszeit, aber da im Westen schon seit einer geraumen Weile die Germanen das Sagen hatten, die ohnehin schon wieder einer ganz anderen Kirche angehörten, als die Weströmer und schon gleich einer ganz anderen, als ihre theoretische oströmische Oberhoheit, sahen dies wohl eher mit Wohlwollen, denn so war der Osten beschäftigt und die Germanen konnten sich den angenehmeren Dingen des Lebens widmen, während der kaiserliche Hof den Überblick verlor und man noch eine Kirche hatte, deren Glaubensausrichtung und Heilsversprechungen niemand mehr zu verstehen in der Lage war.

Anastasios I.
Wurde Kaiser, weil er Zenons Witwe ehelichte (oder sie ihn). Die Dynastie musste ja weiter bestehen. Eigentlich hätte Zenon noch einen Bruder gehabt, aber das Volk wollte endlich mal wieder einen Eingeborenen auf dem Thron sehen.
Anastasios I. war dann tatsächlich wieder ein Römer. Also Oströmer. Also Grieche... ach ist eigentlich egal. Jedenfalls konnte er Latein. Das machte ihn mehr oder weniger zum Römer, denn eigentlich sprach man auch in der byzantinischen Regierung fast nur noch - als ob das besser wäre - griechisch. Westrom war schon seit ein paar Jahren ohne Kaiser. Es war ja auch nichts mehr davon übrig, also erkannte Anastasios I. kurzerhand die beiden Teilbereichsherrscher Theoderich (Italien) und Chlodwig (Frankreich) als souveräne Könige an. Spanien und Nordafrika, wo sich ebenfalls Germanen breit gemacht hatten, hatte man schon lange abgeschrieben und Britannien wollte schon davor niemand mehr haben (zumindest von römischer Seite. Die Einheimischen mögen das anders gesehen haben). Vorerst hatte Byzanz sich sowieso um interne Querelen zu kümmern.
Den oströmischen Bürgern ging es ziemlich auf den Geist, ständig von isaurischen Palasttürstehern angepöbelt zu werden. Also weg von den Isaurern, zurück zu den Germanen. Die waren zwar auch nicht beliebter, aber man hat die Absicht, in ferner Zukunft lebender Satireautoren wohl vorausgesehen, etwas zum Thema Römer und Germanen schreiben zu wollen. Die isaurischen Excubitoren hatten weniger Weitsicht, dafür aber mehr Unverständnis und zettelten dementsprechend Revolten an. Dafür hatten die germanischen Söldner, die auch in Ostrom den Großteil der Armee stellten, kein Verständnis. So kam es zum mehr oder weniger deutsch-türkischen Krieg auf griechischem Boden. Das mag sich jetzt etwas seltsam anhören, aber das gibt es auch heute noch: Als Rahmenprogramm bei internationalen Fußballturnieren.

[Bearbeiten] Dynastia Kevinistii

Justin I.
Kevinismus-geschädigter Nachfolger Anastasios I. Der lebende Beweis, dass Kevinismus schädlich ist. Aus lauter Wut über seinen Namen legte er in der Interaktion mit den byzantinischen Nachbarstaaten eine derartige Sturheit und Intoleranz gegenüber anderen Meinungen an den Tag, dass er es schaffte, die Beziehungen zu Persern, Ostgoten und Vandalen (die Hunnen waren inzwischen weg vom Fenster) zu versauen.

Justinian I.
Der Nachfolger von Justin I. Nachdem er festgestellt hatte, dass die Germanen seit einiger Zeit keine Wanderungen mehr unternahmen, schickte er mal ein paar Botschafter los. Die sollten mal freundlich nachfragen, ob denn jetzt ein anständiger Oströmer wieder Urlaub in den Alpen machen könne, ohne gleich wieder von einer ganzen Lawine germanischer Wanderbrüder überrollt zu werden. Die Botschafter fanden allerdings ziemlich schnell heraus, dass den Germanen die Wanderlust ziemlich vergangen war. Also widmeten sie sich wieder dem, was seit je her ihre Lieblingsbeschäftigung gewesen war: fressen, saufen, vögeln. Und vor allem: Sie schlugen sich untereinander die Schädel ein. Eigentlich verständlich, denn einen richtigen Gegner hatten sie ja schon lange nicht mehr. Justinian sandte also sein Heer aus und eroberte Nordafrika und Italien zurück. Damit hatte das Reich schon wieder eine ansehnliche Größe. Unglücklicherweise waren die Banker seiner Zeit keinen Deut kompetenter als heute, so dass er mit der anschließenden Siegesfeier nahezu den Staatsbankrott herbei führte.
Was mitunter auch Justinian anzulasten ist, dürften dann wohl die heutigen Probleme mit islamischen Gotteskriegern sein. Hätte Justinian auf seinen Geheimdienst gehört, der vor einem gefährlichen neuen Jesus namens Mohammed warnte, hätte er der Nachwelt so einiges ersparen können. Letztlich können wir also hier beginnen vom Anfang des Endes des oströmischen Reiches erstellen. Andere Dummheiten Justinians werden zu gegebener Zeit angeprangert.

Justin II.
Weiterer namensgeschädigter Kaiser. Nachdem sein Vorgänger übersehen hatte, dass in Italien niemand mehr da war, der es hätte verteidigen können, eroberten es die Langobarden an einem Sonntag Nachmittag. Da Justin II. einfach behauptete, das wäre nicht so, eroberte Ostrom es auch nie wieder zurück.
Was jedoch weitaus dümmer war, war die Tatsache, dass er sich einen langen, blutigen Krieg mit Persien lieferte, den er natürlich selbst angezettelt hatte. Darin dürfte dann auch der Hass der Ayatollas auf den Westen begründet liegen. Da die Römer aber nicht so recht vorankamen und den Persern die Selbstmordattentäter auszugehen drohten, einigte man sich auf unentschieden. Das heißt, Byzanz nahm die jährlichen Zahlungen an die Perser wieder auf. Justin II. lieferte daraufhin die Vorlage für ein bekanntes deutsches Märchen, indem er sich selbst zerriss.

Tiberius II.
Mit vollem Namen Jamius Tiberius Conkirkus war der ehemalige oströmische General, der den Persern im letzten Krieg eine verheerende Niederlage beigebracht hatte. Ein Vorfahre des erst noch geboren werden müssenden Jean-Luc Picard.

Maurikios
Überflüssig. Hat nach dem frühen Tod Tiberius II. als dessen Adoptivsohn den Thron bestiegen, bis er von dem Aufständischen General...

Phokas
...überwältigt und mit seinen drei Söhnen Kevin, Dustin und Lennox enthauptet wurde. Damit gehört Phokas nicht mehr zur kevinistischen Dynastie, sollte aber als ihr Höhepunkt angesehen werden, da er dem Kevinismus (damals: Justinismus, sprich Dschasstinismus) auf dem oströmischen Thron ein Ende bereitet hatte. Auch ansonsten war er ein Herrscher wie aus dem Lehrbuch. Hatte er doch nicht nur den Königsmord in Byzanz eingeführt, nein er war auch der erste wirklich gebildete Herrscher in Konstantinopel. Er schaffte den lästigen Senat ab, der ihm so viel Unbill in seinem Tun bereitete. Er führte eine vorbildliche Deeskalation im Stadion von Galathasaios Byzanzos (heute Galatasaray Istanbul) und im Rest des Reiches durch. In philantropischer Manier überließ er den Langobarden ganz Italien und den Westgoten den Rest von Spanien. Sein Vorbild inspirierte seinen Nachfolger

[Bearbeiten] Finis Antika - origines medievalum

Herakleios
Der bestieg den Thron ebenfalls mittels Königsmord. Was die Kaiserei anging, stellte er sich zunächst auch mal ganz geschickt an. Die versauten nachbarschaftlichen Beziehungen, die sich seit Justin I. nicht mehr verbessert hatten, nutze er, um über die Perser gleich noch die Araber kennen zu lernen. Die waren noch neu und außerdem Moslems. Dies verleitete Herakleios zu dem Irrglauben, Byzanz könnte sich mit ihnen anfreunden, denn - wir erinnern uns - inzwischen sah man alles aus kirchlicher Sicht. Christen: Monotheismus + Moslems: Monotheismus = ewige Liebe ging leider nicht auf. Immerhin, diesen Fehler bügelte er aus, indem er, als erster römischer Kaiser seit Valentinian (Westrom) und erster oströmischer Kaiser überhaupt, an der Spitze der byzantinischen (also eigentlich germanischen) Streitmacht in den Krieg zog. Gebracht hat's nichts. Die Perser eroberten das heutige Ägypten, Israel und den restlichen Nahen Osten. Erstmals machten sich Slawen auf dem Balkan breit. Die Westgoten gingen es etwas klüger an und eroberten den Zipfel Spaniens, der Byzanz noch gehörte. Eindeutig klüger. Das bisschen ETA-Gebombe lässt sich mit den chaotischen Verhältnissen in Israel oder den bis heute währenden Stutenbeißereien ehemaliger jugoslawischer Staaten nicht vergleichen.
Nun gut, das war alles noch nicht so tragisch, denn was die Perser eroberten, holte Herakleios sofort zurück, aber dann kam eben die Tatsache zum Tragen, dass die Araber seine freundlichen Annäherungsversuche wohl etwas fehlgedeutet hatten. Diese eroberten so ungefähr die Hälfte von dem, was heute als arabische Welt bekannt ist. Etwa Ägypten bis Nahost (was ihnen die Perser bis heute nicht verziehen haben).
Für Byzanz sah es damit schlecht aus. Bis auf Byzanz selber, Karthago und ein bisschen von Griechenland war nichts mehr übrig. Herakleios wollte Phokas nacheifern - und hat eigentlich nur Schaden angerichtet. Doch sollte man eines noch anmerken: Er war derjenige, der die Welt aus der stumpfsinnigen und langweiligen Antike ins weltoffene und aufregende Mittelalter geführt hat. Ihm folgte

Konstanz II.
Allerdings eigentlich nicht so direkt, denn es folgten sowohl Herakleios Sohn Konstantin III. und Herakleios Witwe Martina. Da Konstantin III. aber bereits nach kurzer Zeit von der Schreckschraube vergiftet wurde ist er nicht einen eigenen Abschnitt wert. Martina indes versuchte nun ihrerseits den Sohn den sie mit Herakleios hatte, Heraklon, zum Kaiser zu machen. Sie veranstaltete dabei ein derartiges Gelaber, dass einige genervte Praetorianer (die Excubitoren waren wieder abgeschafft worden) ihr die Zunge herausschnitten. Heraklon schnitten sie präventiv die Nase ab, auf dass er sie nicht in Sachen steckte, die ihn nichts angingen. Zum Beispiel die Reichsregierung.
Konstanz II., Sohn von Konstatin III., konnte nun also in aller Ruhe herrschen. Da ihm wirklich mehr an seiner Ruhe, als am Regieren gelegen war, ließ er die Araber Kleinasien - und was ihnen sonst in Afrika noch so gefiel - einnehmen. Die Flotte, Stolz der Streitmacht des byzantinischen Reiches (es dienten tatsächlich noch ein paar Byzantiner in ihr. Jedenfalls mehr, als echte Bayern oder gar Münchener beim FC Bayern München), ließ er sich selbst versenken. Erstens interessierte ihn das Seemannsgarn seiner Admirale keinen Meter, zweitens wollte er vermeiden, die Seestreitmacht besuchen zu müssen (seekrank war er auch noch) und drittens - viel zu anstrengend.
Also, was macht ein Staatsmann, wenn er keine Lust hat? Er lässt jemand anders die Drecksarbeit machen. Konstanz II. griff dazu auf den Senat (extra für diesen Zweck reanimiert) zurück und begab sich auf einen ausgedehnten Urlaub. Auf Sizilien.

Konstantin IV.
Sohn von Konstanz II. Da ein Kaiser namens Konstantin noch nie irgendetwas geleistet hatte, was dem Reich in irgendeiner Form hilfreich gewesen ist (z.B. ließ Konstantin I. das Christentum zu), führte Konstantin IV. diese Tradition fort und erkannte den Staat Bulgarien an. Schlecht für das Reich, der Staat lag nämlich auf Gebieten, die vorher Byzanz gehört hatten.

Justinian II.
Sohn einer kevinismusgeschädigten Mutter und Konstantin IV. Zu seinem Glück blieb er von der Krankheit verschont und entwickelte sogar eine ganz eigene Art der Kriegsführung. Durch die Umsiedlung der Christen in den arabischen Gebieten entzog er den dortigen Kalifen einen Haufen Steuereinnahmen. An sich ein guter Ansatz, nur leider brachte das jemand anderes auf dumme Gedanken. Der Papst war von der arabischen Idee der Christensteuer so angetan, dass er sie auch gleich seinen Schäfchen aufbürdete. Das nannte sich dann Kirchensteuer. Justinian brachte das ziemlich in Rage, so dass er versuchen ließ, den Papst wegen Betrugs einzusperren. Das schlug fehl. Aus Wut über die Christenheit und ihren Oberganoven, setzte er sich für ein paar Jahre zu den bulgarischen Heiden ab. Er ließ sich allerdings überreden, wieder nach Byzanz zu kommen, denn seine Urlaubsvertretungen waren die reinsten Katastrophen. Das wiederum brachte die Bulgaren in Rage, die daraufhin eine alte germanische Idee aufgriffen. Justinian II. wurde gefangen genommen, enthauptet und sein Kopf jemandem geschickt, der ein solches Geschenk zu schätzen wusste. In diesem Fall der König der Langobarden mit Amtssitz in Ravenna. So hat letztlich der Papst Byzanz um einen wahrhaft großen Politiker gebracht.

Wir schreiben das Jahr 711 p.C.n. Die nächsten Nachfolger von Justinian II. sind ziemliche Tränentiere. Deshalb:


Achtung Zeitsprung!!

Bis zum Untergang des oströmischen Reich ist es noch ein ganzes Stück hin. Während wir also durch die Zeit reisen, wird die Stewardess Ihnen Bier und Wurstbrote servieren (oder der Kühlschrank, falls gefüllt). Um den Zeitsprung bis zum Ende des Reiches realistischer erscheinen zu lassen, verlassen sie jetzt die Uncyclopedia und gehen in den Offlinemodus. Gehen Sie nicht von Ihrem Computer weg, nehmen Sie keinen Kontakt zu anderen Menschen auf. Das würde den temporalen Fluss durcheinander bringen. Rufen sie jetzt in ihren Systemeinstellungen den Windowsbildschirmschoner mit den Sternen, die auf Sie zufliegen auf (Sie verwenden Linux? Sie Pinguin!). Nach einer gefühlten Ewigkeit im Nichts des Betriebssystems schalten sie wieder Ihr Internet ein. Nein schauen Sie nicht nach Ihren Emails, die sind von sehr untergeordneter Priorität. Kommen Sie direkt zurück zum Artikel und lesen Sie weiter.


717 p.C.n. Eigentlich ist noch immer Alles beim Alten. Ein neuer Kaiser regiert Byzanz. Er nennt sich Leo III.
Leo III. hat als Kaiser zwar nichts geleistet, aber immerhin länger gelebt, als seine fünf Vorgänger. Außerdem, da es hier ja um Römer und Germanen geht, sei er mal erwähnt, da er durch seine Bündnis und Heiratspolitik die Germanen wieder verstärkt ins Spiel brachte. Er verhinderte den nahen Weltuntergang, indem er die Montanisten (noch eine religiöse Sekte, diesmal die Anhänger des Heiligen Geistes zu Katholiken zwangsumtaufte. Auch zettelte er einen Streit mit gleich zwei aufeinanderfolgenden Päpsten an. Es ging um entartete Kunst. Das zog sich noch lange hin.
Was er nicht fertigbrachte, war, den Arabern Einhalt zu gebieten. Das übernahm dann, zumindest für Westeuropa, Karl Martell.

Konstantin V.
Sohn und Nachfolger seines Vorgängers. Führte die von seinem Vater initiierte Vernichtung entarteter Kunst fort und - da diese sich meistens in Kirchen befand - brachte er durch seine Kampagnen eben diese gegen sich auf. Ganz der Papa. Das hat den Vatikan dann so weit getrieben, fortan nicht mehr Byzanz ins Unglück zu stürzen. Nein, der Papst biederte sich bei den Franken, die unter den Germanen mittlerweile den Ton angaben, an. Ein weiterer Grund, sich ausgerechnet an die Franken zu wenden, dürfte darin bestanden haben, dass diese bisher nie Rom geplündert bzw. gebrandschatzt hatten. Die übrige Zeit seiner Regierung verbrachte er damit, die Araber von Dummheiten abzuhalten. Übrigens, Konstantin V. ehelichte eine Germanin. Eine respektable Leistung, obgleich er nicht wirklich dazu stand, da seine Frau Brunhilde sich in Irene umbenennen musste.

Leo IV.
Als Kaiser eine Nullnummer, wird er nur wegen seiner Ehefrau erwähnt. Diese Xanthippe, die in heutiger Zeit als Schutzheilige der Feministinnen gilt, kam nach seinem Tod, fünf Jahre nach Regierungsantritt an die Macht. Zuvor hatte sie ihrem Gatten noch ein Pilzgericht serviert. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Pulcheria (siehe irgendwo oben), beschied sie sich nicht auf ein repräsentatives Aussehen und den Titel der Kaiserin, nein, Irene von Athen mischte sich aktiv in die Weltpolitik ein. Die Diskussion um entartete Kunst wurde während ihrer Zeit beigelegt. Allerdings eher deshalb, weil die Priesterschaft sich inzwischen so sehr Karl dem Großen angebiedert hatte, dass erst mal dessen Meinung galt. Inzwischen war dieser Franke aufgrund päpstlicher Intervention zum Kaiser des Westens proklamiert worden. Damit gab es im Prinzip sogar wieder ein weströmisches Reich, welches sich, da durch den Papst legitimiert, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation nannte. Natürlich nannte es sich nicht wirklich so, aus Gründen, die keiner wissen will, führte es einen lateinischen Namen. Vermutlich hätte Karl der Große, hätte er geahnt, was für ein Unheil das Christentum über das ehemalige weströmische Reich gebracht hatte, die Christen zusammen mit den Mauren und Sarazenen[4] aus Europa (aber zumindest bis nach Spanien) getrieben. Da er aber dummerweise nicht lesen konnte und die Hofangestellten, die ihm die Geschichtsbücher vorlasen, alle Mönche waren, bekam er leider nie die Wahrheit zu hören und gab der Kirche die Basis, auf der sie sich bis heute in alles einmischt, was sie nichts angeht.
Aber zurück zu Irene. Die war eigentlich nur als Interimskaiserin vorgesehen, bis ihr Sohn Konstantin VI. (von Leo IV.) den Thron von ihr übernehmen konnte. Dem beugte sie sich zunächst auch. In ihrer hinterlistige Art füllte sie ihren Sohn beim traditionellen kaiserlichen Schausaufen ab. Das hatte sich in Gedenken, an den Drinking Contest, der den ersten König Roms ermittelt hatte eingebürgert und wurde jährlich mit selbstgebranntem Fusel abgehalten. Natürlich wusste Irene genau, was sie da tat, denn sie hatte bewusst dafür gesorgt, dass der Stoff eine gehörige Menge Methanol enthielt, die ihren Sohn das Augenlicht kostete. Der Sturz vom kaiserlichen Balkon, er konnte schließlich das fehlende Geländer nicht sehen, brachte Irene wieder an die Macht[5]
An der neuen Gesamtsituation konnte Irene nichts mehr ändern. Karl der Große war der neue Boss im Westen. Also bot sie ihm die Heirat an, in der Hoffnung, so auch dort noch Kaiserin zu werden. Aber dann wurde ihr ein Umstand zum Verhängnis, den die byzantinische Rechtssprechung in weiser Voraussicht in ihren Gesetzbüchern verankert hatte: Die Armee ist Männersache. Der Kaiser ist Befehlshaber der Armee. Und damit Teil der Armee. Frauen dürfen keine Soldaten sein. Demnach gibt es auch keine Kaiserin. Irene wurde wegen Amtsanmaßung nach Lesbos verbannt.

Nikephoros I.
Warum genau er Kaiser wurde, ist nicht bekannt. Vermutet wird, dass er nur ein kleiner Beamter war, der auf der Suche nach der Teeküche kurz ausruhen wollte. Die einzige Sitzgelegenheit, die sich ihm während seiner Odysse durch den kaiserlichen Palast bot, war der Kaiserthron, in dem er sich niederließ, den Beamtenschweiß von der Stirn wischte und gemäß seiner Natur einschlief. Die Kaiserfindungskommission trat kurz darauf in den Thronsaal und da keines ihrer Mitglieder zugeben wollte, das seltsame schwitzende Männchen vor ihnen nicht zu kennen, anerkannte sie ihn als Kaiser.
Kurz und gut: Den Großteil seiner elf Regierungsjahre verschlief Nikephoros einfach, obgleich er sich zuletzt an der Spitze seiner Truppen in eine Schlacht gegen die Bulgaren warf. So endete Nikephoros, oder vielmehr sein Schädel, als Sammeltasse im Wohnzimmerregal des Krum Kahn, der fortan sein Jungfrauenblut zu besonderen Anlässen aus diesem trank. Sein Nachfolger war für ein paar Monate sein Sohn, doch war dieser ein Krüppel. Der Patriarsch von Byzanz (der Papst bei den orthodoxen Christen. Nur gibt es davon mehrere.) erfand daraufhin eine neue Variante der Absetzung und setzte des Kaisers Versetzung in ein Kloster durch.
Michael I. ereilte das gleiche Schicksal, da er den Unmut des Volkes auf sich zog. Dies gelang ihm, indem er Karl den Großen als Kaiser des Westens bestätigte (Bisher hatte man in ihm nur noch so einen Barbaren gesehen. Im Gegensatz zum Kaiser tat es der Pöbel immer noch.) und noch mehr Reichsgebiete an die Bulgaren und Araber verlor.

Dieser Zustand hielt eine ganze Weile an. Die Araber, Bulgaren und die Franken eroberten immer größere Gebiete, Byzanz verlor mehr und mehr an Einfluss, Ansehen und Bedeutung. Bis zum nächsten Wendepunkt, der gleichzeitig einen neuen Tiefpunkt byzantinischer Geschichte darstellt braucht es wieder eine ganze Weile, deswegen:


Achtung Zeitsprung[6]!!

Bis zum Untergang des oströmischen Reich ist es noch ein ganzes Stück hin. Während wir also durch die Zeit reisen, wird die Stewardess Ihnen Bier und Wurstbrote servieren (oder der Kühlschrank, falls gefüllt). Um den Zeitsprung bis zum Ende des Reiches realistischer erscheinen zu lassen, verlassen sie jetzt die Uncyclopedia und gehen in den Offlinemodus. Gehen Sie nicht von Ihrem Computer weg, nehmen Sie keinen Kontakt zu anderen Menschen auf. Das würde den temporalen Fluss durcheinander bringen. Rufen sie jetzt in ihren Systemeinstellungen den Windowsbildschirmschoner mit den Sternen, die auf Sie zufliegen auf (Sie verwenden Linux? Sie Pinguin!). Nach einer gefühlten Ewigkeit im Nichts des Betriebssystems schalten sie wieder Ihr Internet ein. Nein schauen Sie nicht nach Ihren Emails, die sind von sehr untergeordneter Priorität. Kommen Sie direkt zurück zum Artikel und Lesen Sie weiter.


Also wie versprochen setzen wir zum neuesten Tiefpunkt des byzantinischen Reiches wieder ein. Warum ausgerechnet ein Tiefpunkt?! Nun schließlich geht es hier um den Fall nämlichen Reiches, da würden die guten Zeiten etwas störend wirken. Mal ganz ehrlich, die Dramatik würde viel zu sehr darunter leiden.

Konstantinus VII.
Er anerkannte als erster Kaiser das Reich der Bulgaren als richtiges Reich an. Das ist insofern ein Tiefpunkt für Byzanz, dass die sich vorher immer noch für den Nabel der Welt haltenden Byzantiner mehr oder weniger zugeben mussten, nicht doch ausschließlich von Barbaren umgeben zu sein, denn die Anerkennung erfolgte dadurch, dass Konstantinus VII. den Kahn der Bulgaren gleich als Kaiser der Bulgaren und (den Vorläufern der) Rumänen anerkannte. An sich mag das ja nicht so tragisch erscheinen, aber dieses neu anerkannte, dem Barbarentum entwachsene Reich, lag zu größten Teilen auf Gebieten, die vorher Byzanz gehört hatten. Jetzt musste man schon formell den Krieg erklären, wenn man etwas zurückerobern wollte, sich an die Genfer Konvention halten und musste mit nervigen Protesten der UNO rechnen, wenn man denn einen Krieg führen wollte.
Den Byzantinern blieben zum Krieg führen erst mal nur die Magyaren, die sich auf dem Balkan breit machten und begannen die Slaven dort zu unterjochen. Der Balkan, prinzipiell immer noch byzantinisch, entwickelte sich so allmählich zu dem, was er heute immer noch ist: Der Inbegriff des auf der Basis ethnischer Inkompabilität hervorgerufenen Chaos, dass sich durch Kleinstaaterei und Sturheit zu einem Milliardengrab für den gutmenschokratischen Rest der Welt entwickelt, indem es jeden Versuch der Befriedung und/oder Vermittlung von außen erfolgreich abwehrt.
Konstantinus' VII. Politik fand auch nicht viele Anhänger. Schlussendlich wurde er von seiner eigenen Brut vergiftet.

Nikephoros II
War eigentlich der Nach-Nachfolger, aber der liefert nicht genug Stoff sich näher mit ihm zu befassen. Nikephoros griff dann sämtliche Nachbarstaaten (trotz UNO) an und fing als erster byzantinischer Herrscher einen Krieg mit Neu-Westrom an. Sein Gegenspieler war Otto I. Das endete mit dem Totalverlust aller italienischen Besitzungen (Keine Ahnung, warum es plötzlich wieder byzantinische Besitzungen in Italien gab. Aber bei dem Durcheinander an Heiraten, Kleinkriegen, Mitgiften und Giftmorden dieser Epoche ist das eigentlich auch nicht verwunderlich, dass man den Überblick verliert. Sieht man mal davon ab, dann sollte sich die Heiratspolitik der damaligen Zeit dafür verantwortlich fühlen, dass die Königshäuser Europas heute nur noch für den Boulevard taugen. Elende Sauzucht das).

Johannes II.
Brachte seinen Vorgänger um. Der Grund war ein Ehestreit zwischen Nikephoros und Johannes' Geliebter. Die Geliebte mochte ihren Mann nämlich nicht, wollte aber unbedingt Kaiserin sein. In der Hoffnung, ihr Verhältnis würde dann Sorge dafür tragen, dass sie weiterhin in diesen Würden bliebe - doch nach getaner Tat tat dieser eine Entscheidung. Gemäß der Weisheit, "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob er nicht noch was besseres findet" ehelichte Johannes II. eine Andere.
Auch außenpolitisch zeigte er sich geschickt, denn er eroberte Syrien von den Arabern zurück. Allerdings war er schlau genug, Jerusalem links liegen zu lassen. Er hatte wohl im Geschichtsunterricht aufgepasst und sich daran erinnert, dass diese Stadt nichts als Ärger bringt.
Er machte auch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (kurz Deutschland) salonfähig, indem er eine seiner Nichten mit Ottos I. Sohn Otto verheiratete. Ein kluger Schachzug. Vor allem im Hinblick auf gemeinsame spätere Unternehmungen.

Basileos II.

Byzanz um 1000

Das was gerade im Moment vom Reich übrig ist.

Löste Johannes auf dem Thron ab. Er war einer dieser Kaiser, die sich nicht darin gefielen, einfach nur Audienzen zu geben und dekadent zu sein, nein, auch Basileios musste Eroberungen vollziehen, Feinde niederwerfen, Länder annektieren und den Untergang somit nur unnötig in die Länge ziehen, denn letzten Endes geht alles unter. Jedes Reich. Auch wenn manch ein Querkopf das nicht wahrhaben will. Nein, wir werden alle sterben. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber wir werden. Verdammt noch mal, haltet endlich Ruhe, ihr miesen, byzantinischen... ähem... zurück zum Thema. Bulgaren niedergeworfen und deren Untergang besiegelt, indem man ihnen (theoretisch waren sie bereits Christen) neben den üblichen Missionaren auch noch Bischöfe auf den Hals hetzte[7]. Überdies, die überlebenden Bulgaren der entscheidenden Schlacht wurden geblendet. Eine in Byzanz überaus beliebte Unsitte, lästige Rivalen aus dem Weg zu räumen.
Den Vorvätern der Ukrainer den Untergang gebracht. Auch durch Missionare. Und aufgrund fauler Tricks brachte er Armenien unter seine Kontrolle. Faule Tricks. Wirklich richtig faule Tricks. Worin die bestanden haben? Die Geschichtsschreiber haben das ausgelassen. Fremdscham.
1025 p.C.n. starb dieser Spielverderber dann. Der nächste Kaiser war sein Bruder Konstantin VIII. regierte noch etwas weiter. Nur da er genauso ein kleiner, verfluchter... verdamm... tja, äh, der Bruder war schon ziemlich alt für einen Kaiser und hat im Gegensatz zu seinen Namensvettern gleichen Namens kein Elend über sein Reich gebracht.

Zoë
Technisch gesehen war Zoë nicht die eigentliche Kaiserin, aber als Tochter des Basileos II. hatte sie die dynastische Berechtigung, den nächsten Kaiser auszusuchen. Das wurde Michael IV., der aber keine Lust hatte zu regieren und das seinen Bruder, einen Eunuchen machen ließ. Michael IV. lebte nicht sonderlich lange und Zoë ernannte ihren Adoptivsohn Michael zu Michael V. Allerdings unter Zoës Fuchtel. Das frustrierte ihn gewaltig, so dass er Zoë in ein Kloster verfrachten ließ. Das wiederum machte den Pöbel rasend, der daraufhin den kaiserlichen Palast demolierte, den Kaiser blendete, in einem Kloster ablieferte und Zoë wieder einsetzte. Wahre Demokratie eben. Zoë witterte Morgenluft für ihre feministischen Ambitionen und ernannte ihre Schwester zur Mitkaiserin. Allerdings zickten die beiden sich bereits nach ein paar Stunden so dermaßen an, dass Zoë auch Thodora in ein Kloster verbringen ließ. Natürlich nicht ohne vorher noch Theodoras Lieblingspaar Schuhe zu requirieren. Im Anschluss daran heiratete sie den Grund für den Streit: Kaiser Konstantin IX. Der blieb bis zu ihrem Tod (er mochte keine Pilze) ihr Gemahl und regierte auch danach noch weiter.
Die Zickerei zwischen Zoë und Theodora nahmen sich die beiden größten legitimen Kirchen zum Vorbild und trennten sich ebenfalls endgültig, indem sich deren Oberhäupter gegenseitig exkommunizierten. Konstantin IX. hatte keinen Nachfolger, als er starb und so konnte Theodora das Kloster wieder verlassen und die Regierung übernehmen. Da die Gute aber bereits reichlich betagt war, bestand ihre einzige nennenswerte Amtshandlung darin, ihren langjährigen Gigolo Michael VI. zum neuen Kaiser zu machen. Wie gesagt, langjähriger Gigolo, denn auch er war bereits ziemlich alt. Dieses rief dann die Armee auf den Plan, die dem Schmierentheater ein Ende setzte, indem sie einfach einen ihrer Offiziere zum Kaiser erklärte. Für Michael VI. endete das im Kloster. Wenn er auch nicht geblendet wurde, dürfte das kaum ein Vergnügen gewesen sein, den es handelte sich um ein sehr abgelegenes Kloster, in dem ihn niemand schreien hörte.
Auch wenn diese Episode nun keine politischen oder relevanten geschichtlichen Informationen beinhaltet, so handelt es sich hier immerhin um die erste historisch verbürgte Seifenoper.

Isaak I.
Der eingesetzte Nachfolger von Michael VI. Er führte einige unpopuläre Reformen durch, die dazu dienten, die staatlichen Einkünfte zu sichern und war danach schlau genug einen Nachfolger zu ernennen. Seine Untaten durfte dann sein Nachfolger Konstantin X.ausbaden, der nichts reformierte, sondern einfach kräftig die Steuerschraube anzog. Da aber auch er schon steinalt war, folgte ihm Romanos II. Wieder ein Offizier, der auch nichts Besseres zu tun hatte, als die Steuern zu erhöhen, Nutten zu prellen und in den Krieg zu ziehen. Schließlich packte ihn ein wütender Pöbel, blendete ihn und verfrachtete ihn in ein Kloster. Das hatte inzwischen tatsächlich einen ehrlichen, sauberen Königsmord abgelöst.

Michael VII.
Die Frucht der Lenden von Konstantin X. war zu gut für diese Welt. Er brachte niemanden dazu, ihn ernst zu nehmen und so wurde der Adel reich, das Volk verarmte (noch mehr als zuvor) und die Armee wandelte sich zu einem anarchischen Null Bock Verein. Um der Geschichte ein wenig Abwechslung zu gönnen, verlor er Gebiete an die Normannen und Seldschukken. Deshalb nahm er es durchaus dankend an, abgesetzt zu werden und verzog sich in ein Kloster. Er machte nicht mal Regressforderungen wegen Mobbings gültig.

Nikephoros' III. Amtszeit ging fast augenblicklich in die des Alexios I. über. Und mit diesem begann die:

[Bearbeiten] Aera Crusades

Wir schreiben das Jahr 1095 p.C.n. Das byzantinische Reich strebt langsam aber sicher seinem Untergang entgegen. Bevor es jedoch soweit ist, ist es an der Zeit, ein völlig neues Kapitel der Weltgeschichte einzuläuten. Das Zeitalter der Kreuzzüge. Byzanz ist schon längst nicht mehr in der Lage, seiner Nachbarn im Osten noch Herr zu werden. Es musste also einen Weg finden, die eigene Existenz zu sichern. Deshalb griff man jetzt auf die gemeinste Waffe zurück, die man zu bieten hatte: EWIGE VERDAMMNIS. Die ließ man von Papst Urban II. für jeden abendländischen Fürsten proklamieren, der nicht bereit sei, im Namen des Herrn gegen die Muselmänner, im Besonderen die Seldschuken (oder Fatimiden? ...Araber?) zu ziehen. Die abendländischen Fürsten nahmen diese Herausforderung gerne an. Immerhin setzte ihnen der Klerus gewaltig zu und ein Freifahrtschein in den Himmel hatte ja schon einiges für sich. Was sollte einem richtigen Feldherren, der die Szenerie aus sicherer Entfernung zu betrachten pflegt, ja schon groß passieren. Gegen die Hitze gab es Sonnendächer, gegen den Durst reichlich Wein und gegen die Langeweile konnte man ja auf willige, hübsche Mädchen zurückgreifen. Den Tatbestand der Vergewaltigung hatte man noch nicht anerkannt und in dem Falle, dass die Frau islamischen Glaubens wäre, wäre das ohnehin nicht von Interesse. Für die betroffenen islamischen Frauen machte es ohnehin keinen Unterschied (das hat sich in diesem Falle eigentlich bis heute nicht geändert).
Die abendländischen Fürsten machten sich also frohgemut daran, das heilige Land zu erobern. Um Streiter mussten sie sich keine Sorgen machen, denn ihre Armeen wuchsen bald auf für damalige Verhältnisse unglaubliche Größe heran, denn auch die übrigen Edelleute schenkten dem päpstlichen Aufruf Gehör und stellten mit Freude all ihre Zweit- und Drittgeborenen und auch jeden Penner ohne Zukunft, den sie sonst auftreiben konnten, in den Dienst der guten Sache.
Für Byzanz sollte das nun endgültig der Anfang vom Ende sein. Kaiser Alexios I. bekam angesichts der gewaltigen Armee, die bei ihm Zwischenstopp machte erst mal einen Riesenschreck (ob er eventuell auch eine schwache Blase gehabt hat, ist nicht überliefert). Als er sich wieder erholt hatte, ließ er sich versprechen, dass die anderen kämpfen dürften und er die Beute bekäme. Das sei gottgefällig.
Die Kreuzritter schlugen sich dann auch ganz wacker in und eroberten die östliche Mittelmeerküste, insbesondere Jerusalem. Das liegt zwar nicht direkt am Meer, aber egal. Nur Byzanz bekam die Beute dann doch nicht, sondern es wurden viele kleine Kreuzfahrerstaaten gebildet, die auch umgehend damit anfingen, nicht nur die feindlichen Seldschukken, sondern sich auch untereinander zu bekriegen.
Alexios I. ließ der Wortbruch indes kalt. Er hatte erst mal ein paar Dumme gefunden, die sich der lästigen Fatimiden, Seldschukken und was sich da sonst noch so herumtrieb, annahmen. Er starb 1118 p.C.n. in seinem Bett.

Johannes II.
Ein Kaiser, der den Sinn der Geschichte für Ironie hervorhob. Denn obgleich mit der Tochter des Königs von Ungarn verheiratet, führte er des öfteren Krieg gegen diesen. Ansonsten schaffte er es nicht, sich gegen die relativ neue Republik Venedig durchzusetzen. Was auch immer der Auslöser für die kriegerische Auseinandersetzung mit dieser gewesen sein mag, er kann Gott nicht gefallen haben, denn sonst hätte ein gottgewollter Kaiser diese gewiss nicht verloren.
Johannes II. starb bei einem Jagdunfall.

Manuel I.
Der letzte byzantinische Kaiser, der noch einmal aufmuckte, bevor das Reich unterging. Er brachte zumindest einen der Kreuzfahrerstaaten unter byzantinische Kontrolle (die Grafschaft Antiochia), verbrüderte sich mit Konrad III. (Kaiser des HRRDN), der ja prinzipiell sein Amtskollege war, und schaffte es so, beinahe wieder die alten Reichsgrenzen herzustellen. Von Spanien (Kastilien, Aragon, Navarra, Katalanien, Grenada und viele andere Kleinstaaten), Italien (Normannen und viele, viele Stadtstaaten, die mehrheitlich sowieso zu "Deutschland" gehörten), alles, was inzwischen arabisch war, fast alles, was sich Kreuzfahrerstaat nannte, Frankreich (das inzwischen tatsächlich so hieß) und dem Hinterland der byzantinischen Küste (Bulgaren, Serben, Wallachen).

Alexios II.
Nach dem Tod Manuels I. [8] wurde Alexios II. von seiner Mutter auf den Thron gebracht. Da aber auch diesen Kaiser niemand haben wollte, stellte man ihm einen Kompagnon zur Seite. Dieser, namentlich Andronikos I., zeigte bezüglich der Kaiserwürde einen gesunden Ehrgeiz und ließ Alexios II. erdrosseln. Mit einer Bogensehne. Offensichtlich war der Mann nicht nur ehrgeizig, sondern auch mit einem gewissen technischen Unverstand gesegnet. Es ist nun mal ein erwiesener wissenschaftlicher Fakt, dass Klavierseiten sich wesentlich besser zum Erdrosseln eignen.
So kam Andronikos also zur Alleinherrschaft. Das byzantinische Reich war inzwischen schon reichlich zusammengeschmolzen, hatte sich zudem noch aufgesplittert und noch mehr neue Nachbarn bekommen. Die Seldschukken waren den Mammeluken gewichen (oder auch nicht), auf dem Balkan hatten sich die Serben etabliert (Königreich Serbien). Alexios III. feierte seine Alleinherrschaft, indem er Ströme von Blut durch Byzanz fließen ließ. Zu deren Entstehung ließ er sämtliche Lateiner umbringen. Diese Maßnahme kann als gelungene ethnische Säuberung bezeichnet werden, denn ohne die Lateiner war man in Byzanz viel besser dran. Und überhaupt sind es immer die Lateiner gewesen und jeder weiß, dass es nur die Lateiner waren und die Lateiner die Wurzel allen Übels sind[9]. Andronikos I. starb nicht lange nach seinem Amtsantritt.

Isaak II.
Machte am Anfang seiner Regierung Punkte, indem er eine Schlacht gegen die Normannen gewann. Man muss dazu sagen, dass Byzanz es sich mit dem Westen bereits wieder verdorben hatte. Da Isaak II. allerdings sonst nicht weiter auffiel, wurde auch er mittels Blenden und Einkerkern wieder abgeschafft. Sein Peiniger/Nachfolger hatte die Situation nämlich durchschaut. Er wusste, dass den Untergang nichts mehr aufhalten würde. Deshalb pfiff er darauf, wer seine Armeen überrannte und versuchte stattdessen, das Staatsvermögen durchzubringen. Erstens geht es sich im Luxus viel angenehmer unter, zweitens kriegt der Feind so viel weniger Kriegsbeute. Weshalb er auch gedachte, möglichst viele Jungfrauen zu entjungfern, denn auch diese durften sich zu den begehrteren Beutestücken zählen.
Er hätte es wahrscheinlich auch geschafft, den Untergang noch in seiner Amtszeit herbeizuführen, aber leider hatten die Kreuzritter da nicht so viel Erkenntnis erlangt. Der vierte Kreuzzug erreichte Byzanz, Alexios III. wurde zum Abdanken gezwungen, Isaak II. wieder eingesetzt und von Alexios IV. auf dem Thron vertreten. Kaum waren die Kreuzfahrer wieder weg, brachte man Alexios IV. und Isaak II. um die Ecke und Alexios V. kletterte auf den Kaiserstuhl. Die Kreuzritter bemerkten jedoch recht bald, dass in Byzanz etwas schief lief und kamen zurück. Alexios V. wurde für den Ärger, den er verursacht hatte ausgeliefert, geblendet und umgebracht. Ein Niemand namens Theodor I. wurde an die Macht gespült. Da die Kreuzritter nichts gegen ihn einzuwenden hatten, zogen sie wieder nach Hause. Nicht, dass sie Jerusalem abgeschrieben hatten, aber der Betriebsausflug nach Konstantinopel hatte sie einiges an Kraft (zu viel Weißbrot) und Gesundheit (Tripper, Syphillis; da war damals kein Kraut gegen gewachsen) gekostet.

Johannes III.
War zwar Kaiser, aber erst mal nicht in Byzanz. Da hatte sich nämlich ein Gegenkaiser breitgemacht (die gab es öfter, wurden in dieser Schrift aber bisher geflissentlich totgeschwiegen. Während er versuchte, Byzanz zurückzuerobern, eroberte er noch ein Reihe alter Staatsgebiete zurück. Das byzantinische Reich, inzwischen ziemlich balkanisiert, war einfach nicht dasselbe, wenn man nicht in Byzanz regierte. Zurückbekommen hat er es allerdings nicht. Seine beiden Nachfolger haben sich ebenfalls vor Byzanzens Mauern die Köpfe eingerannt. Erst einem General seines Nach-Nach-Nachfolgers gelang dies, doch hatte der amtierende Kaiser, Johannes IV., nicht allzuviel davon, denn der Feldherr ließ ihn blenden und auf einer Insel aussetzen. Eine ziemlich komfortable Insel, aber der Kaiser, obgleich er immer noch als Kompagnon Michaels VIII. galt, hatte natürlich nichts mehr zu melden.
Während dann nun im Mittelmeerraum die Westmächte um die Vorherrschaft kämpften und dabei auch niemand mehr gut auf Byzanz zu sprechen war, gingen sie so allmählich dazu über, die ganze Byzanzgeschichte als nur noch lästig anzusehen. Kein Land im Westen wollte Byzanz fortan noch helfen. Die Kreuzzugsära neigte sich ebenfalls allmählich dem Ende zu (zugegebenermaßen hatte der letzte traditionelle Kreuzzug, also ein solcher, der sich gegen Moslems in Nahost richtete bereits stattgefunden), so dass man nun mehr oder weniger von einem neuen Kapitel sprechen kann.

[Bearbeiten] Ultima CDXXI anni

Balkan 1350

...und 1350 p.C.n....

Der Endspurt fängt an bei Andronikos II.. Einem der wenigen legitimen Sprosse von Michael VIII. Andronikos II. setzte dann auch alles daran, den Fall des Rests des byzantinischen Reiches zu beschleunigen. Erste Maßnahme: Er schaffte die Flotte ab. Zweite Maßnahme: Er verkleinerte das Heer und warb eine freischaffende spanische Söldnertruppe an, um die Osmanen zurückzuschlagen (Nachfolger der Seldschucken, Mammelucken und weiß der Geier noch allen). Osmanen besiegt, der Söldnergeneral wird ermordet. Die Söldner laufen daraufhin Amok und verwüsten/erobern dadurch ein Reihe Provinzen des Reiches. Dadurch seinen Enkel so sehr gegen sich aufgebracht, dass dieser einen Bürgerkrieg anzettelte um an die Macht zu gelangen. Dies gelang und ab 1328 p.C.n. war somit Andronikos III. in Amt und Würden. Der verlor dann die Türkei an die Türken. Dafür eroberte er ein bisschen was auf dem Balkan, was aber die Serben zurückeroberten. Nach dessen Tod regierte Johannes V. Der stellte den gesamtrömischen Rekord im Langzeitregieren auf, denn seine 50-jährige Amtszeit überbot sogar die des Augustus um ein Quentchen. Wohlweislich des immer näheren Untergangs ließ er die kaiserliche Macht mehr und mehr verfallen. Auch sein Nachfolger Manuel II. tat nichts mehr um den popeligen Rest noch einmal wiederzubeleben und verbrachte seine Zeit eher mit Literatur, an die sich heute kein normaler Mensch mehr erinnert. Sein nächster Nachfolger, Johannes VII. versuchte noch weniger, aber pro forma kapitulierte er nicht bei der ersten türkischen Belagerung Byzanzens. Das übernahm dann sein Nachfolger, Konstantin XI. Wie gesagt, ein Kaiser namens Konstantin hat dem Reich immer nur Scherereien gebracht. So kann man es nur als recht und billig betrachten, dass auch ein Kaiser namens Konstantin es bei seinem Untergang regierte.
Wir schreiben das Jahr 1453 p.C.n.. Byzanz ist an die Türken gefallen. Und denen gehört es, trotz des 1918 p.C.n. erfolgten Fall des Osmanischen Reiches immer noch.

[Bearbeiten] Comentarii

  • Sie wollen sich über die miserable Qualität lateinischer Überschriften beschweren? Lesen Sie den Disclaimer am Anfang dieses Artikels.
  • Sie wollen monieren, dass die Überschriften eigentlich irgendwann griechisch sein müssten? Richtig. Völlig richtig.
  • Sie wollen anmerken, dass der Fokus zu sehr auf dem byzantinischen Kaisertum liegt, weniger auf dem Rest der Weltpolitik, oder gar auf dem Pöbel? Schreiben Sie einen Artikel dazu. Viel Spaß dabei!
  • Sie finden, dieses Werk ist nicht so spannend wie sein Vorgänger? Finden Sie sich damit ab. Das haben Sequels so an sich.
  • Sie möchten sich darüber beklagen, dass Christentum, Kirche(n) und Islam hier nicht sonderlich gut wegkommen? Wenn Ihnen das schon gegen den Strich geht, dann lesen Sie mal das hier.

[Bearbeiten] Epilog

Mit dem Fall des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches hat sich das Kapitel Römer und Germanen in seinem klassischen Sinn erledigt. In dem Jahrtausend des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war es vor allem ein Römer, der immer wieder für Turbulenzen gesorgt hat (Sie ahnen, wer gemeint ist?! Richtig, genau der). Zwar gibt es sie in gewisser Weise noch heute, sowohl die Römer, als auch die Germanen, aber so lustig wie damals wird es bestimmt nicht wieder. Nein, in heutigen Zeiten sitzt man gemeinsam im Europarat und nervt das Volk in erster Linie mit Gurkenkrümmungsgradverordnung, verordneter Toleranz oder EU-Richtlinien zum korrektem Benutzen eines Taschentuches in nepalesischen Botschaftswarteräumen. Was Spaß macht ist verboten, und die epischen Schlachten zwischen Germanen und Römern finden allenfalls noch auf dem Fußballplatz statt (oder vielleicht auch drumherum). Oder glauben Sie, eine Angela Merkel würde einem Silvio Berlusconi im Wald auflauern um ihn mal ordentlich zu verdreschen? Es mag eine schöne Vorstellung sein, aber nein, in Zeiten, in denen eine Sandy Meyer-Wölden Promistatus erreicht, ein Jumbo Schreiner sich durchs Vorabendprogramm frisst oder eine Gabriele Pauli nach der Macht zu greifen sucht, ist es damit aus und vorbei. Traurig aber wahr. Deshalb sei dieses Werk allen aufrechten Römern und Germanen[10] gewidmet, die sich um der glorreichen, alten Zeiten Willen nachts bei Vollmond ein Fell überwerfen, in die Tunika schlüpfen und sich bei (oder nach oder vor) zünftigem Bier-, Wein- und Metgenuss so richtig ordentlich ihre gepolsterten Schaumstoffknüppel um die Ohren hauen.

[Bearbeiten] Notae

  1. Es sei an dieser Stelle mal angemerkt, dass aus Gründen, die nur die katholische Kirche kennt, Bischof Johannes Chrysostomos heilig gesprochen wurde
  2. Und sie hatte auch noch ewige Keuschheit gelobt. Na ja, Byzanz ist ja nicht Österreich
  3. Ist es definitiv nicht. Absolut auf gar keinen Fall, sonst säßen vermutlich alle Autoren hier im Knast. Selbst das Lesen eines Textes, der sich kritisch mit der katholischen Kirche auseinander setzt, ist Sünde, aber offensichtlich kein Verbrechen (zumindest außerhalb Polens, Italiens (inkl. Vatikan),Spaniens, Bayerns sowie den Erzbistümern Köln und Münster, sowie ganz Süd - und Mittelamerika)
  4. Ja, ja, das war schon zu Pippins Zeiten gewesen. Man wird ja wohl ein bisschen die Geschichte klittern dürfen.
  5. eine vorbildliche Entmannung. Alice Schwarzer könnte es nicht besser machen.
  6. Glauben Sie ernsthaft, der Autor würde sich hier die Mühe machen, mehr als eine Version der Zeitsprungsimulation zu kreiren? Sie glauben vermutlich auch an Gerechtigkeit.
  7. Man sollte hier vielleicht mal anmerken, dass Missionare inzwischen die mäßig sympathische Angewohnheit hatten, mit Bataillonen statt Bibeln auf Seelenfang zu gehen.
  8. Wieder mal ein natürlicher Tod. In der Beziehung Thronräuberei und Königsmord lässt Byzanz doch einiges zu wünschen übrig
  9. Bei den Lateinern handelte es sich übrigens um diese schurkischen, demokratischen Venezianer, Genueser, Lombarden und ähnliches italienisches Stadtstaatengesindel.
  10. und natürlich auch allen anderen beteiligten Völkern
Spezialprojekte
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