Die zwölf Geschworenen

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Die zwölf Geschworenen ist ein kammerspielartiges Drama, das bei Soziologen und Psychologen bis heute als ein Musterbeispiel zur Anschauung von Rollenverhalten, Gruppenverhalten und gruppendynamischen Prozessen gilt.

[Bearbeiten] Handlung

[Bearbeiten] Prolog

Eingangs sieht man einen Gerichtssaal (vermutlich die Internationale Folterkammer von Den Haag oder aber die Amtsstube des Sheriffs von Cockrell Hill, Texas). Im ausgehenden Prozess ist ein junger Araber namens Saddam Hussein angeklagt, Massenvernichtungswaffen in einem geheimen Keller zu bunkern. Die zwölf Geschworenen haben darüber zu befinden, ob der Angeklagte schuldig gesprochen wird, was sein Todesurteil bedeutet, oder ob ein Freispruch erfolgt.

[Bearbeiten] Haupthandlung

In einem Nebenraum finden sich die zwölf Männer zusammen. Ihnen werden Nummern zugeteilt:
Nr. 1: Kofi Annan, Ghana ("Vorsitzender")
Nr. 2: Silvio Berlusconi, Italien (Fähnchen im Wind)
Nr. 3: George W. Bush, Texas (erzkonservativ)
Nr. 4: Colin Powell, Washington D.C., USA (gebildetes Bürgertum)
Nr. 5: Osama Bin Laden, internationaler Terrorist
Nr. 6: Karol Wojtyła, Polen (Beruf: Papst)
Nr. 7: ungenannter Schweizer Bankier, will vor allem Geld machen
Nr. 8: Joschka Fischer, Deutschland, Pazifist
Nr. 9: Jacques Chirac, Frankreich, sein Freund
Nr. 10: Donald Rumsfeld, USA
Nr. 11: Wladimir Putin, Russland
Nr. 12: Tony Blair, Großbritannien

Kofi Annan wird sofort zum Sitzungsleiter bestimmt. Er lässt zunächst abstimmen, welcher der Geschworenen für schuldig plädiere; es findet sich lediglich eine "Nicht-schuldig"-Stimme: die von Joschka Fischer, dem grünglühenden Pazifisten (Annan selbst enthält sich, wie immer).

Es entsteht eine allgemeine Aufregung, da der Fall klar und der junge Araber schuldig scheint.

Fischer1
Joschka versucht den andern mit Steinen und ... - mit Händen und Füßen zu erklären, was er denkt

Tony Blair: War ja klar, einer fällt immer um.
Wladimir Putin: Mindestens.
George W. Bush: Was soll der Dreck denn? Will uns der Pazifist nicht mal erklären, warum er diesen Kerl für unschuldig hält?
Joschka Fischer: Ich habe erhebliche Zweifel an der Schuld des Angeklagten.
Colin Powell: Und die wären ...?
Donald Rumsfeld: Gar nichts hat er in der Hand! Der stimmt doch aus Prinzip für unschuldig, weil er mit den Arabern unter einer Decke steckt. Dabei weiß doch jeder, dass da Mord und Totschlag an der Tagesordnung stehen - die sind doch völlig kulturlos!
Osama Bin Laden: Erlauben Sie mal! Ich selbst bin im Nahen Osten aufgewachsen.
Donald Rumsfeld: Das war ja auch nicht gegen Sie gerichtet - im Gegenteil, ich kenne selbst wunderbare Araber, Ausnahmen eben, wie sie überall vorkommen. (murmelt) Fabelhafte Geschäfte hab ich mit einigen von den Saudis gemacht ... Die waren in Ordnung.
Colin Powell: Wir sollten uns nicht weiter so sinnlos streiten. (Zu Fischer): Wollen Sie uns die Gründe für ihre Skepsis mitteilen?
Joschka Fischer: Als erstes hat mich stutzig gemacht, warum Saddams Anwalt, dieser Alawi, sich nicht stärker für ihn ins Zeug gelegt hat.
George W. Bush: Weil der Junge schuldig ist, und das weiß der Anwalt auch!


Der Vorsitzende Kofi Annan beschließt, noch einmal abstimmen zu lassen. Jacques Chirac schließt sich Joschka Fischer an, was den Texaner Bush in Rage versetzt.


George W. Bush: Ihr hinterhältigen Franzosen! Kein Wort kann man euch glauben ... Ich beschließe, die French Fries in Freedom Fries umzubenennen.
Tony Blair: Die Fritten haben sowieso die Belgier erfunden.
Jacques Chirac: Mister Büsh, ish vörsteö nisht; Fronkreisch ünd Allemagne sind eng befreundet. Wollen sie dass ish Joschka orleine steän lasse?
Schweizer Bankier: Könnt ihr euch nichtmal entscheiden? Nach dem Ölpreis wär's jetzt günstig.
Joschka Fischer: Was für ein Mensch sind Sie? Sie kümmern sich nicht darum, ob der Mann schuldig ist, sondern wie sie am besten profitieren können!
Schweizer Bankier: (gelangweilt) Und Sie sind ein hässlicher Deutscher.


Präsident Annan ruft die Teilnehmer zur Ruhe auf und schlägt dann eine Pause vor. Der übliche Trubel entsteht, man geht ans Fenster und redet über das Wetter, trifft sich auf dem Klo und führt dort Hinterzimmergespräche, dann wird ein Bediensteter hereingerufen, er solle die Kalte Platte bringen, eine schöne Zigarre zwischendurch, dann kommt die Hauptmahlzeit (Rehkeule gefüllt mit baskischem Huhn, dazu Kobe-Rind Steak). Nachdem der Trupp andalusischer Bauchtänzerinnen gegangen ist, setzen sich alle wieder. Kofi Annan beginnt wieder, indem er ebenfalls Zweifel am vom Gericht rekonstruierten Geschehen anmelden will.


George W. Bush: Hey, Nigger! Vergiss nicht, dass du ohne mich noch in deinem ghanaischen Dorf sitzen würdest mit deinem Afro-Arsch!
Kofi Annan: (geht in eine Ecke, schmollt)
Silvio Berlusconi: (kommt auf ihn zugelaufen) Aber nein, Signore Annan, setzen Sie, setzen Sie, Sie machen alles hervorragend, exquisite!
Kofi Annan: (setzt sich wieder, verschränkt die Arme) Aber ich sage kein Wort mehr.


Das Gespräch dreht sich daraufhin um die beiden Zeugenaussagen, auf denen praktisch der gesamte Fall aufbaut: Eine Frau gab an, sie wohne gegenüber von Saddams Sommerresidenz und hätte eines Abends mehrere verdächtig große Pakete gesehen, wie sie in den Keller getragen wurden. Bei näherem Hinsehen sei ihr die unverkennbare Aufschrift „ABC-WEAPONS. MADE IN NIGERIA. PRESENT FOR SADDAM“ aufgefallen. Außerdem erklärte ein britischer Waffeninspekteur, er hätte Saddam Hussein ganz laut rufen hören:

„Diese Massenvernichtungswaffen werden mich zum Herrscher der Welt machen! Diese MAS-SEN-VER-NICHT-UNGS-WAF-FEN, die unten in meinem Keller liegen, wo sie bestimmt keiner finden kann!“


Joschka Fischer: Zum Beispiel macht mich Folgendes nachdenklich: Diese Frau, die sagt, sie hätte die Waffen gesehen, hat an ihrer Hausfassade die Worte „Fuck you Saddam!“ geschrieben stehen ...
Donald Rumsfeld: Und? Ist ja auch die richtige Einstellung, oder etwa nicht?
Joschka Fischer: Ja, aber gleich daneben sind die durchgestrichenen Worte „Heiliger Dschihad gegen Amerika, das Land der Ungläubigen“ noch ganz deutlich zu erkennen.
Donald Rumsfeld: Was beweist das schon? Diese Irakis sind doch alle gleich, denen kann man nicht trauen!
(Alle Gesichter wenden sich irritiert auf Donald Rumsfeld. Der meint, er hätte gewonnen, und zündet sich genüsslich eine Zigarre an)
Joschka Fischer: Nun, wie dem auch sei, noch eine andere Tatsache macht mich skeptisch ...
George W. Bush: -Ach Tatsachen, mich interessieren keine Tatsachen, die kann man drehen und wenden wie man will!
Joschka Fischer: ... jedenfalls meinte die Frau, dass zwischen ihrem Haus und der Sommerresidenz eine Zuglinie führt, richtig? Nun, am betreffenden Abend, genau zur Tatzeit, das ist 21 Uhr 19, ist ein Güterzug mit hunderten schiitischer Gefangener da durchgerollt, was die Zeugin auch zugibt ...


Die Geschworenen stellen fest, dass die Frau die „Pakete“, so sie überhaupt existierten, gar nicht gesehen haben konnte. Sie lag laut eigener Aussage mit ihrem Mann im Bett, als sie vom Güterzug geweckt wurde; da sich eine gute Muslimin (und die Zeugin ist eine) aber niemals öffentlich (am Fenster) ohne ihre Burka zeigt, musste sie diese erst einmal anziehen, und das dauert halt ein paar Stunden. Darum hätte sie erst nach draußen blicken können, als es bereits vollständig dunkel und folglich nichts mehr zu sehen war. Hierauf erleidet Donald Rumsfeld einen schweren Anfall von Amtsmüdigkeit und tritt zurück. Damit sind strenggenommen nur noch 11 Geschworene im Raum. Nach einer erneuten Abstimmung steht es bloß noch 6:5 für schuldig.


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George zeigt den übrigen Geschworenen, was er von ihnen hält

George W. Bush: Was beweist das schon? Die Frau musste eben stundenlang mit ihrer Burka 'rumhampeln, wie das eben so ist in diesen vorzeitlichen, rückschrittlichen Ländern. Aber wer glaubt schon einer Frau? Die Weiber wissen doch nicht, was sie erzählen. Konzentrieren wir uns auf den Mann, auf den Experten.
Schweizer Bankier: Ach, wisst ihr, so wie's aussieht, wird er ja doch freigesprochen. Ich ändere meine Stimme in: nicht schuldig.
Tony Blair: (wendet sich an Berlusconi) Lieber Freund, Sie haben bisher noch nichts gesagt. Warum haben Sie eben ihre Stimme in nicht schuldig geändert? Was sind ihre Argumente?
Silvio Berlusconi: (reißt die Augen auf, starrt zur Decke) Tja, öh, ich kenn' mich eigentlich nur aus mit meine Medien-Imperio ... und meine Mädschn ... was soll ich sagen?
Tony Blair: Schuldig oder nicht schuldig?
Silvio Berlusconi: Also gut... schuldig.
Tony Blair: (zu Putin) Sie?
Wladimir Putin: Nicht schuldig. (grinst)
George W. Bush: Das ist doch ... einer nach dem anderen fällt mir hier um. Wo ist die Koalition der Willigen? Ha? Wollt ihr den totalen Krieg? Oder etwa nicht. Lasst euch von diesem Gutmenschen da zu Tränen rühren mit euerm Mitleid - Mitleid mit einem Massenmörder!
Karol Wojtyła: Moment mal, haben USA nicht früher gute Geschäfte gemacht mit Saddam? Haben geschickt ihm Waffen, damit er aufhaltet Kommunismus oder so. Und hat Papa Bush ...
George W. Bush: Stopft einer mal dem Polacken das Maul?!
Colin Powell: Mal was Konstruktives: Wie wäre es, wenn wir uns jetzt näher mit der Aussage des Waffenschie.. ähm ...experten befassen?
Joschka Fischer: Ich glaube dem Mann nicht, weil er früher selbst Waffenschieber war...
George W. Bush: Woher wollen Sie das wissen?
Jacques Chirac: Isch 'abe mal nachgegogglt. Der Kerl hat praktisch nie aufgehört mit seinem Handel. Es war auch gar nicht so schwer die frappante Ähnlichkeit zwischen dem Zeugen und dem Schieber festzustellen. Schaun Sie mal auf Google-Bilder.
George W. Bush: Was bew-
Jacques Chirac: Vielleicht wollte sich der Mann bloß beweisen. Er ist alt, keiner beachtet ihn. Alte Männer leiden unter Nichtbeachtung.
Joschka Fischer: Was mich jedoch endgültig überzeugt, sind die Aussagen mehrerer französischer, deutscher, niederländischer und schwedischer Geheimdienstmitarbeiter, die angeben, sie hätten nirgendwo im Irak auch nur die kleinsten Hinweise auf ABC-Bomben gefunden.
George W. Bush: Mann Mann Mann, hat der Nerven, der hat Nerven, Mann Mann Mann ...


Aber Bush hat keine Chance mehr. Selbst Colin Powell sieht am Ende ein, dass Saddam nichts mit Massenvernichtungswaffen zu tun hat. Wo Osama Bin Laden ist, weiß niemand, jedenfalls hat ihn seit Stunden keiner mehr im Raum gesehen. Das ist aber auch egal, die Geschworenen haben beschlossen, dass das Urteil auf Freispruch lautet. Am Ende sitzt George W. Bush weinend am Tisch. Tony Blair geht noch ein letztes Mal auf ihn zu, salutiert und schluchzt: „Mein Führer!“, dann tritt er ab. Joschka Fischer hilft dem Texaner in seine Jacke und hört dabei noch die Worte „Daddy, oh Daddy, ich wollte doch nur genauso groß sein wie du...“


[Bearbeiten] Epilog

Eine in der Kinofassung nicht enthaltene Szene ist in späteren Fernsehversionen zu sehen. Darin sieht man die Hinrichtung Saddams, die doch vollzogen wurde, weil dem Richter das Gefeilsche um die Wahrheit zu lange dauerte.

[Bearbeiten] Rezeption

Der Film fand positiven Widerhall in der internationalen Kritik. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, welcher den Amerikanern noch vorher "uneingeschränkte Solidarität" versprochen hatte, entschloss sich tief bewegt um. (Dass Schröder nicht an die Existenz von ABC-Waffen bei Saddam glaubte, hinderte ihn nicht daran, mehrere BND-Leute nach Bagdad zu schicken, um „die Lage zu sondieren“.)

  • Wäre ich dabeigewesen, hätten wir gleich zu einer gemeinsamen Lösung gefunden. - ANGELA MERKEL
  • ... und Bush hatte doch recht! - WOLFGANG SCHÄUBLE
  • WIR SIND "DIE ZWÖLF GESCHWORENEN!" - BILD


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