Hilfe:Einen guten Artikel schreiben

Aus Uncyclopedia

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Regeln gibt es deshalb, damit du nachdenkst, bevor du sie brichst.
Terry Pratchett

Gleich vorneweg: Dies hier soll kein einzwängender Vorschriftenkatalog sein, hier sind lediglich ein paar Konventionen zum Format eines Artikels und eine ganze Reihe guter Ratschläge zur Textproduktion enthalten. Wenn du schon deinen eigenen Stil hast oder dabei bist deinen eigenen Schreibstil zu entwickeln, dann lass dich bloß von keinem davon abbringen! Sei mutig und geh deinen eigenen Weg!

[Bearbeiten] Was ist ein guter Artikel?

Uncyclopedia ist, das sei an dieser Stelle ausnahmsweise unverblümt verraten, eine Parodie auf die Wikipedia. Ein guter Uncyclopedia-Artikel ist also eine gute Parodie auf einen Wikipedia-Artikel. Das gilt für die Form, den Aufbau, die Sprache, die Formatierung, aber auch für den Inhalt, das Thema, den „wissenschaftlichen“ Anspruch.

Natürlich hat eine satirische Enzyklopädie viel mehr Freiheiten als eine ernstgemeinte, und viele Regeln sind nur dazu da, um manchmal auf witzige Weise gebrochen zu werden. Aber der Faden, der die Uncyclopedia mit der Wikipedia verbindet, sollte nie ganz zerrissen werden. Die Uncyclopedia möchte auch ein Gesamtkunstwerk sein.

[Bearbeiten] Form eines guten Artikels

[Bearbeiten] Format

Um ein einheitliches Erscheinungsbild der Uncyclopedia zu wahren, halte bitte diese wenigen Vereinbarungen ein:

  • Alle Artikelnamen beginnen mit einem Großbuchstaben. Hierbei stets den Singular(Einzahl) verwenden.
  • Die erste Erwähnung des beschriebenen Begriffs soll fett geschrieben sein.
    • Beispiel: Mit Rasenmäher bezeichnet man ein Haushaltsgerät zur unkomplizierten Selbstentleibung …
  • Struktur eines Artikels:
    • Artikel
      • evtl. ein oder mehrere knackige Zitate zum Thema. Ein Zitat am Anfang muss nicht sein, aber wenn du etwas wirklich Passendes weißt, dann darf es als Appetizer auch ganz an den Anfang.
      • Einleitung: Der erste Absatz sollte möglichst in Form einer Definition des Artikelthemas geschrieben sein, um die parodistische Form zu wahren. Dabei ist natürlich jede Form der ironischen, zynischen oder sonstwie satirischen Definition erlaubt bzw. erwünscht. Wichtig: Die Einleitung bekommt keine Überschrift. Insbesondere wird der Name des Artikels nicht oben nochmal als Überschrift verwendet.
      • Hauptteil
      • Schlußakkord
      • evtl. Fazit, Literatur, Siehe auch, weitere Zitate, Weblinks, etc.
      • evtl. Themengebietsvorlagen
    • Kategorien
    • Interwikis

[Bearbeiten] Textformatierung

Hier gelten grundsätzlich dieselben Empfehlungen wie in unserem großen VorbildNachahmer, der Wikipedia (siehe hier). Schreibe fließenden Text, mache Absätze, verwende für Zwischenüberschriften die Überschriftenformatierung (== == etc.), sei sparsam mit Hervorhebungen wie Fettschrift oder Kursivschrift, und vor allem: mach keine überflüssigen Leerzeilen.

D.h. mache bitte nach einem Absatz nicht mehr als eine Leerzeile und setze auch das <br>-Tag nicht ohne sehr guten Grund ein. Denke daran, dass dein Artikel von allen möglichen Browsern in allen möglichen Bildschirmauflösungen und Bildausschnitten wiedergegeben wird, du hast also ohnehin nur begrenzten Einfluss auf die endgültige Darstellung.

Ausnahme: Zitate oder eine Zitatsammlung am Anfang eines Artikels, sowie Themenvorlagen und andere knallbunte Grafiken am Ende eines Artikels dürfen auch mal mit mehreren Leerzeilen abgetrennt werden, der Übersicht halber.

[Bearbeiten] Rechtschreibung

Bitte lies noch einmal Korrektur, bevor du deinen Artikel veröffentlichst, vielleicht findest du noch ein paar Tippfehler. Es ist nur natürlich, dass man für die eigenen Fehler fast blind ist, dafür die Fehler anderer aber mit scharfen Bilck erkennt. Falls du dir in der Rechtschreibung nicht sicher bist, lass doch den Rechtschreibprüfer von duden.de, Word oder OpenOffice (kostenlos) drüberlaufen, um die gröbsten Schnitzer zu beseitigen. Bedenke, dass ein Text voller Rechtschreibfehler den Autor als ungebildet oder disziplinlos erscheinen lässt. Viele Leser werden so schon nach wenigen Sätzen vergrault und lesen dein Werk gar nicht erst zu Ende. Wenn du Hilfe brauchst, zögere nicht, dich an andere Benutzer zu wenden, z.B. im Forum.

[Bearbeiten] Literatur und „Quellen“

Um deinem Artikel einen glaubwürdigen Anstrich zu verleihen, kannst du Literatur und Quellenangaben erfinden, auf die du vorgibst, deine Aussagen zu stützen.
z.B. zum Thema Schönheits-OP:

  • Gunther von Hagens: Meine Arbeit mit Frau Loth - Versuche zur Haltbarmachung nekrotischen Gewebes. Nosferatu Verlag, ISBN 0-1214-1931-8

oder zum Thema Gerhard Schröder:

  • Gerhard Schröder: Die Politik der ruhigen Hand. Roman. Parkinson Verlag, ISBN 9-5726-1964-5
  • Gerhard Schröder: Eine Hand wäscht die Andere - Tipps zur privaten Rentenvorsorge. Verlag Druschba ('Freundschaft'), ISBN 9-5726-1964-5

Oftmals eignet sich so eine "Buchempfehlung" als probates Mittel, einen Artikel zynisch ausklingen zu lassen und den Leser nachdenklich zu stimmen. Um dir die lästige Formatierungsarbeit bei der Literaturangabe abzunehmen, gibt es die Vorlage:Buch, du brauchst dir also lediglich Autor und Titel des "Nachschlagewerks" auszudenken. Lustige Namen für Autoren findest du übrigens hier.

[Bearbeiten] Kategorien

Damit dein Artikel nicht in den endlosen Weiten des Serverspeicherraumes verloren geht, solltest du ihn mindestens in eine Kategorie einordnen. Suche dazu in der Liste der Kategorien nach einer passenden Kategorie für deinen Artikel und ordne ihn dort ein, indem du am Ende deines Artikels folgendes einfügst:

[[Kategorie:XXXXXX]]

Setze für X die gewählte Kategorie ein. In der Box mit den Edittools unterhalb des Bearbeitungsfensters findet sich ein vorgefertigter [[Kategorie:]]-Ausdruck.

[Bearbeiten] Interwikis

Interwikis sehen so aus:

[[en:lawn mower]] (englisch)
[[es:cortacésped]] (spanisch)

Sie verlinken einen Artikel mit seinem Pendant in anderen Sprachen. Das ermöglicht einen interessanten Vergleich mit dem Humor anderer Länder und man stellt dabei fest, dass auch solche Menschen Humor haben und herzlich lachen können, die man aufgrund einseitiger Medienberichte immer für notorische Terroristen und Miesepeter gehalten hat. Die Interwikis werden normalerweise von Bots eingefügt oder vervollständigt, aber auch diese halbautomatischen Programme wissen nicht immer, welche Artikel zusammenpassen. Bei einfachen Schlagwörtern werden sie keine Probleme haben, aber wenn dein Artikelname ein verballhornter Personenname oder eine Metapher o.ä. ist, wird der Bot ratlos sein. Du kannst ihm helfen, indem du lediglich ein Interwiki zur englischen Uncyclopedia selbst einfügst, das genügt dem Bot dann als Ansatzpunkt. Interwikis gehören ganz ans Ende eines Artikels und fügen -einmal abgespeichert- links in der Navileiste einen Link zur entsprechenden Sprache ein.

[Bearbeiten] Einpflegen

Nachdem du nun deinen Artikel in die Uncyclopedia eingestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hast, solltest du noch dafür sorgen, dass ihn auch jemand findet. Angenommen, du hast nun einen tiefgründig-zynischen Artikel über den Begriff Rasenmäher geschrieben, dann wäre es doch schön, wenn andere Artikel, in denen mal das Wort Rasenmäher auftaucht, auch auf deinen Artikel verlinken.
Benutze nun einmal die Suche-Box in der Navigationsleiste links, gib "Rasenmäher" ein und drücke auf "Suche", um alle anderen Artikel aufzulisten, deren Text ebenfalls das Wort "Rasenmäher" enthält. Je nachdem, wie prominent[1] dein Begriff ist, wird eine Liste mit mehreren oder keinen Treffern angezeigt. Wähle nun den ersten Artikel aus der Liste und wähle auf der Artikelseite den Tab "bearbeiten". Suche [2] nun das Wort "Rasenmäher" und setze es in [[eckige Klammern]], somit ist es nun verlinkt. Zur besseren Übersicht schreibe noch in die Zusammenfassung: +Link , und speichere ab. Wiederhole die Prozedur mit den restlichen Treffern in der Liste. Je mehr Links auf deine Seite verweisen, desto öfter wird sie angeklickt. Du kannst überprüfen, wieviele Seiten bereits auf deinen Artikel verlinken: Benutze aus der Navi-Leiste das Werkzeug: "Links auf diese Seite" und freue dich.

[Bearbeiten] Rote Links

Noch ein Tipp zum Verlinken: Wenn dein Artikel Verballhornungen von Namen und Begriffen enthält, dann verlinke diese Verballhornungen nicht, außer du schreibst auch gleich einen Artikel dazu. Beispiel: Wenn du in deinem Artikel den Namen Paul Potts aus Spaßgründen zum Namen Paul Kotz (muahaha) verballhornt hast, dann solltest du keinen Link auf [[Paul Kotz]] setzen, denn dieser Link wird auf ewig ein roter Link bleiben, und das muss wirklich nicht sein. Nur wenn du (unwahrscheinlicherweise) tatsächlich sofort einen (ebenfalls guten) Artikel zum Thema Paul Kotz schreibst, dann ist das okay. Ansonsten kannst du deinen Gag auch so unterbringen, dass du den richtigen Namen verdeckt im Link unterbringst: [[Paul Potts|Paul Kotz]].

Grundsätzlich darfst du natürlich rote Links hinterlassen, aber bitte nur dann, wenn halbwegs Aussicht besteht, dass das Thema des Links irgendwann auch zu einem Artikel werden kann.

Ansonsten kann man Links auch verwenden, um noch einen verdeckten Witz zu hinterlassen. Der Link braucht ja nicht immer dorthin zu führen, wo man es erwartet. Beispiel: Ein [[Komasaufen|Gläschen unter Freunden]] hat noch keinem geschadet.

[Bearbeiten] Inhalt eines guten Artikels

Gähnen

Die erste und wichtigste Regel für einen guten satirischen Artikel lautet:

Du sollst nicht langweilen!

Solange du diese Regel einhältst, darfst du fast alles.

In der Wikipedia gilt, wie du dich vielleicht erinnerst, der sogenannte neutrale Standpunkt („NPOV“ - neutral point of view). Neutralität ist wichtig für eine Enzyklopädie, aber Neutralität ist üblicherweise auch furzlangweilig. Aus diesem Grund sollte in der Uncyclopedia stattdessen der satirische Standpunkt („SPOV“ - satirical point of view) eingenommen werden. Du bist ausdrücklich aufgefordert, Stellung zu beziehen, zu lästern und zu schmähen, zu übertreiben und zu beschönigen, solange es der Pointenfindung dient.

[Bearbeiten] Themenwahl

Jeder Artikel hat ein Thema (bzw. ein Lemma, wie der wikipediageschädigte Enzyklop sagen würde). Grundsätzlich ist jedes Thema erlaubt, solange es für einen breiten Leserkreis von Interesse ist. Die Uncyclopedia wird vom gesamten deutschsprachigen Bildungsbürgertum gelesen, das sind etwa 100 Millionen potentielle Leser. Das Thema, das du wählst, sollte einer Mehrheit dieser Menschen bekannt sein.

Mit anderen Worten: Schreib keinen Insider-Kram. Schreib nicht über deine Schule - die kennt doch kein Schwein. Ausnahme: falls du zur Rütli-Schule oder auf das Erfurter Gutenberg-Gymnasium gehst, dann ist es okay. Schreib nicht über deinen tollen oder doofen Kumpel XYZ - außer, wenn XYZ zufällig auch Popstar oder Außenminister ist. Auch über dein hochspannendes Heimat-Kaff möchten wir hier nichts lesen, das ist alles schon mal geschrieben worden.

Natürlich kannst du auch ein Fantasie-Thema erfinden, aber dann musst du dich um so mehr anstrengen, den Leser für dich zu gewinnen, so dass er nicht gleich nach den ersten Worten weiterklickt.

[Bearbeiten] Humor

Humor ist wirklich schwer zu erklären. Oftmals ist es das Zusammenführen von zwei Sachverhalten, welche bisher als unzusammenhängend wahrgenommen wurden, die den Leser schmunzeln lassen. Es ist ein klein wenig wie Lernen im Moment des Verstehens, das Verknüpfen von zwei bekannten Sachverhalten zu einem Neuen wird vom Gehirn durch die Ausschüttung von Glückshormonen belohnt. Wenn man kapiert hat, "der Groschen gefallen ist", freut man sich. Deswegen sind Witze, die man nicht kapiert, auch nicht lustig. Damit dein Gag bei möglichst vielen anderen Leuten funktioniert, (die mitunter ganz andere Interessen haben als du) ist es ratsam die zwei Sachverhalte, die du zusammenzuführen gedenkst, ganz kurz zu beleuchten und dann erst die Pointe abzuräumen. So vermeidest du Insiderwitze, die in einem öffentlichen Wiki eigentlich nicht so beliebt sind.

„Every Joke has a setup-- and a PUNCH(!)line.“

~ Oskar Wilde über gelungene Pointen


Vielleicht hilft dir auch das weiter: Die Kunst der Pointe - Wie man Witze repariert. Und wenn du des Englischen mächtig bist, dies: Something Out Of Place.

[Bearbeiten] Ideenfindung

Fast jeder Artikel entsteht aus einer Idee. Aber eine einzige Idee reicht normalerweise nicht aus, um daraus einen ganzen Artikel zu bauen. Jedenfalls nicht, wenn es ein guter Artikel werden soll. Eine gute Idee ist meist nach einem einzigen Absatz schon aufgebraucht. Und wenn dein Artikel nur aus einem einzigen Absatz besteht, dann wird der Artikel in der Uncyclopedia nicht lange überleben, dafür sorgt unsere strenge Qualitätssicherung. In diesem Fall kannst du froh sein, wenn der Artikel wenigstens noch im UnDictionary als Kurzwitz weiterlebt.

Nun kann man natürlich versuchen, eine einzige Idee auf die Länge eines ausgewachsenen Artikels auszuwalzen. Aber wenn man zu sehr auf einer Sache herumreitet, muss man schon sehr, sehr gut sein, damit es nicht langweilig wird. Leute, die so gut sind, verdienen ihr Geld mittlerweile beim Fernsehen als Comedians und bestreiten mit einer einzigen Idee ein ganzes Sketchprogramm. Der gewöhnliche Uncyclopedia-Autor muss sich da leider mehr anstrengen.

Andererseits ist es gar nicht so schwer, einem Thema mehr als nur eine komische Seite abzugewinnen. Die Welt ist voller Absurditäten, und einige davon werden auch mit deinem Thema zu tun haben. Man muss sie nur finden.

Nehmen wir z.B. mal an, du willst einen Artikel über den Begriff Rasenmäher schreiben, merkst aber nach ein paar Zeilen, dass dir gar nicht soo viel dazu einfällt, wie du dachtest. In solch einem Fall ist es ganz legitim, sich im Internet etwas schlau zu machen. Gib z.B. bei Google mal ein: "Rasenmäher Unfall" und stöbere ein bisschen in den Suchergebnissen, dort findest du vielleicht Textfragmente wie dieses:

… ein überraschendes Ergebnis der amerikanischen Studie: dort landeten nicht wenige in der Notaufnahme, weil sie über den eigenen Rasenmäher gestolpert waren.

Du kannst das weiterspinnen und maßlos übertreiben, wie es dir gefällt. Niemand hindert dich daran zu behaupten:

Täglich stolpern Hunderttausende über ihren Rasenmäher, sei es auf dem Weg zum Briefkasten oder während des Geschlechtsverkehrs. Die Dunkelziffer ist enorm.

Eigne dir auf diese Weise etwas Hintergrundwissen zum Thema an, um fundiert darüber zu schreiben. Damit tust du auch dir etwas Gutes und erweiterst dein Allgemeinwissen.

Vielleicht findest du auch bei YouTube ein lustiges Video, das du dann einbinden kannst. Oftmals liefert ein englischer Suchbegriff mehr Treffer, aber bevor du jetzt das Wörterbuch rauskramst, lass doch einfach LEO für dich übersetzen und benutze das gefundene Wort mit der Suche von YouTube. Auch witzige Bilder sind immer gut und peppen einen Artikel erst so richtig auf. Die Suche nach Bildern ist oft ein Mittel, auf neue Ideen zum Thema zu stoßen. Welche Ergebnisse findet man wohl, wenn man bei Google oder flickr mal nach Gras sucht?

[Bearbeiten] Kreativität

Kann man Kreativität lernen? Keine Ahnung. Der kreative Prozess beim Schreiben eines guten satirischen Artikels besteht oft aus zwei Phasen: Assoziieren und Selektieren.

Das freie Assoziieren (von Managern auch gern als Brainstorming bezeichnet, was oft Etikettenschwindel darstellt) bedeutet, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sie nicht einzuschränken. Jede Assoziation ist erlaubt, auch wenn sie noch so idiotisch ist, und wird erstmal notiert. Dümmliche Kalauer, schlechte Wortspiele, Geschmacklosigkeiten, alles kommt erstmal auf die Liste. Das macht in der Gruppe Spaß, geht aber genausogut allein, wenn man Ruhe dafür hat. Ein Glas Wein, eine Tüte Gras oder Gummibärchen oder was immer dich auf Trab bringt, können in dieser Phase hilfreich sein.

In der Selektionsphase hingegen solltest du streng mit deinen Ergebnissen verfahren. Welche Idee taugt etwas und welche nicht? Welche Ideen passen zusammen und können zu einem neuen verwegenen Abschnitt deines Artikels kombiniert werden? Welche Wortspiele darf man dem Leser zumuten und welche sind in nüchternem Zustand nicht auszuhalten? (Um beim Rasenmäher-Beispiel zu bleiben: Was macht man mit dem doppeldeutigen Wort „Rasen“? Ist ein „mähendes“ Schaf auch ein Mäher? Auch ein eigentlich schlechtes Wortspiel kann seinen Platz in einem guten Artikel finden, wenn man es nur andeutet und den Leser selbst drauf kommen lässt.)

In der Praxis trennt man die beiden Phasen dann oft doch nicht so streng, denn der kreative Mensch hat beim Selektieren alter Ideen oft schon wieder neue. Dann fängt es an, erst richtig Spaß zu machen, und man muss aufpassen, dass ein guter Gedanke nicht wieder verlorengeht.

Tragisch ist es, wenn ich mir in den Finger schneide. Komisch ist es, wenn du in einen Gulli fällst und dir den Hals brichst.
Mel Brooks

[Bearbeiten] Satirische Techniken

Satire kann man nicht lernen wie ein Handwerk. Oder doch? Es gibt tatsächlich „bewährte“ Techniken der Pointenbildung, die seit Jahrhunderten angewendet werden und immer noch funktionieren. (Die ältesten Witze sind halt doch die besten!)

Zum Beispiel diese:

[Bearbeiten] Das Wortspiel

Die Sprache, die wir täglich sprechen und bestens zu kennen glauben, hat immer noch jeden Tag Überraschungen zu bieten. Aus Sparsamkeitsgründen hat nämlich fast jedes Wort gleich mehrere Bedeutungen. Damit kann der Satiriker hübsche Effekte erzielen. Durch klammheimliches Ändern der Wortbedeutung führt er den Leser an der Nase herum und räumt die Pointe ab. Ideal ist es, wenn die zweite Bedeutung eines Wortes im gleichen Kontext ebenso einen Sinn ergibt wie die erste.

Als Meister dieser Wortakrobatik galt zum Beispiel Heinz Erhardt: Im Übrigen heiß' ich nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen. Das Schöne an dieser eleganten Wortverdrehung ist, dass man sofort jeden mitnimmt, der der deutschen Sprache mächtig ist. Ein Zehnjähriger freut sich über diesen Kalauer ebenso wie ein Erwachsener.

Mehr Vorsicht ist bei Fremdwörtern geboten: Autoerotik könnte ein schönes Wortspiel abgeben, aber leider werden die meisten Zeitgenossen nicht erkennen, dass dieses Wort überhaupt eine andere Bedeutung hat als Petting auf dem Rücksitz.

[Bearbeiten] Die Dreierregel

Eine einfache, aber effektive Witztechnik ist die sogenannte Dreierregel. Ein nach der Dreierregel gestrickter Witz setzt sich aus drei Elementen zusammen - die ersten beiden Elemente müssen irgendwie zusammenpassen und geben damit eine Erwartungshaltung vor, das dritte Element durchbricht dann diese Erwartung und erzeugt damit die Pointe. Im einfachsten Fall können das nur drei Begriffe sein: In Deutschland fehlen die Fachkräfte überall - in der Wirtschaft, in der Verwaltung, im organisierten Verbrechen.

Dieser Technik begegnet man immer wieder, jeder Comedian beherrscht sie, und die typischen Comicstrips bestehen nicht ohne Grund aus drei Bildern.

[Bearbeiten] Die Eskalation

Als Erweiterung der Dreierregel kann man jede Form der Aufzählung zur Erzeugung von Pointen verwenden. Die Technik ist immer dieselbe: wir beginnen mit etwas Bekanntem, wir bestätigen zunächst mal die Erwartungshaltung des Lesers, um ihn dann mehr oder weniger abrupt ins Absurde zu entführen.

Als klassische ritterliche Tugenden gelten Tapferkeit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit gegen die Schwachen, die Hufpflege, das Ölen der Rüstung und die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften.

Eine solche Eskalation ist witziger als wenn man gleich mit dem Absurden anfängt bzw. nur Absurditäten aufzählt. Doch auch so ist bei Aufzählungen Vorsicht geboten. Wenn die Pointe mal gesetzt ist, ist es Zeit, aufzuhören. Noch einen draufzusetzen und noch einen, macht die Sache nicht witziger, sondern man gerät dann in Gefahr, den Witz zu Tode zu reiten.

[Bearbeiten] Die Verdrehung

Eine weitere einfache Möglichkeit, dem Leser eine witzige Überraschung zu bereiten, ist es, etwas Bekanntes einfach umzudrehen: Die Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klasse, wie Oscar Wilde bereits feststellte. Der Sprachgebrauch bietet so viele Binsenweisheiten, Aphorismen und Redensarten, die es längst verdient haben, mal von hinten aufgezäumt zu werden. Daher: Lerne klagen, ohne zu leiden.

[Bearbeiten] Die Übertreibung

Eine weitere einfache Methode der Pointenfindung ist die Übertreibung. Auch hier beginnt man an einem bekannten Punkt und startet von dort ins All. Beispiele für Artikel, die von der Übertreibung leben, sind Druckertinte oder UnNews:Tourist an der Ostsee von Marienkäfern zerrissen.

[Bearbeiten] Die Untertreibung

Ebenso kann man einen Sachverhalt natürlich auch untertrieben und verharmlosend darstellen. Das Understatement gilt als typisches Stilmittel des britischen Humors. Doch ein klassisches Beispiel lieferte auch Japans Kaiser Hirohito, der nach dem Abwurf zweier Atombomben auf Japan zur Begründung der japanischen Kapitulation erklärte, die Kriegssituation habe sich nicht unbedingt zum Vorteil Japans entwickelt.

Damit ein Understatement eine gute Pointe abgibt, muss der Leser das wahre Ausmaß des Sachverhalts kennen oder aus dem Kontext entnehmen können.

[Bearbeiten] Die Verzerrung

Man kann die Wirklichkeit verzerren und das Zerrbild dann als scheinbar sachliche Grundlage für den weiteren Artikel verwenden, um überraschende Pointen zu erzielen. Hierzu nimmt man bekannte Maßstäbe aus Zeit und Raum und foltert diese ein wenig. Die Asterix-Geschichten enthalten viele schöne Beispiele für zeitliche Verzerrungen und Anachronismen, etwa Verkehrsstaus auf Römerstraßen oder Doping bei den antiken Olympischen Spielen. Eine andere Maßstabsverzerrung wäre Der Mount Everest ist zweithöchste Berg der Welt, nach dem Schuldenberg der USA.

Mit der Verzerrung versetzt man idealerweise den Leser in eine surreale Welt, bringt ihn dazu, deren Regeln zu akzeptieren, und zeigt ihm dann die unterhaltsamsten Winkel dieser Welt. Beispiele für solche surreal angehauchten Artikel sind Terrorcamp, Finde eine asiatische Frau! oder Sabine Christiansen.

[Bearbeiten] Ernste Themen albern behandeln

Nichts ist schöner als ein Thema zu entdecken, das andere Menschen furchtbar ernst nehmen, und dieses dann auf die Schippe zu nehmen. Tod, Krieg, Religion, Krankheit, Umwelt, Kunst, Political Correctness - wenn ein Thema mit einem Diskussionsverbot oder Tabu besetzt ist, dann ist es an dir, dieses Tabu auf witzige Weise zu brechen! Nach seinem Besuch in Lourdes waren die Reifen seines Rollstuhls wie neu.

Geschmacksgrenzen sind dazu da, überschritten zu werden. Aber auch hier gilt: oft ist nicht der rabiate Tabubruch am witzigsten, sondern die Gratwanderung entlang der Toleranzschwelle des Lesers. Beispiele für Tabubrüche dieser Art sind die Artikel Pädophilie oder Wirf den Klotz.

[Bearbeiten] Alberne Themen ernst behandeln

Umgekehrt geht es natürlich auch. Denke dir etwas völlig Absurdes aus und schreibe darüber in einem todernsten Stil, im Brustton der Überzeugung, mit der größten Selbstverständlichkeit. Beispiele dafür sind die Artikel Taos Hum, Stench-Skala oder die Steinlaus von Loriot.

[Bearbeiten] Die Parodie

Eine Parodie setzt darauf, dass der Leser etwas wiedererkennt, es ist also wichtig, dass man etwas allgemein Bekanntes parodiert, zum Beispiel eine bekannte Persönlichkeit oder einen Werbespot oder ein Buch. Und so geht es: Man nimmt sich zunächst mal die Wahrheit her, die bekannten Tatsachen. Dann dreht man an diesen ein wenig herum, übertreibt hier und da, verdreht und verzerrt hier und da etwas, damit die Wahrheit markanter und lustiger wird. Das ist wie eine Karikatur: man verzerrt ein Gesicht und hebt die markanten Stellen hervor, aber so, dass man noch erkennt, wer gemeint ist.

Beispiele für Parodien sind UnBooks:Der fahrende Holländer oder Schrödingers Katze.

Rösler-Westerwelle

Philipp Rösler als junger Medizinstudent, hier mit seiner ersten selbstpräparierten Leiche.

[Bearbeiten] Die Dissonanz

Die Technik der Dissonanz setzt darauf, den Leser mehreren Eindrücken gleichzeitig auszusetzen, die nicht zueinander passen. Der Witz entsteht durch den Kontrast. Diese Technik wird besonders gern in Sketchen im Fernsehen angewendet, weil man dort die Möglichkeit hat, Bild und Ton gleichzeitig einzusetzen und damit einen Effekt zu erzielen. Aber auch der bescheidene Uncyclopedianer kann dies tun, indem er etwa ein Bild mit einem sarkastischen Kommentar in seinen Artikel einbaut. Siehe Beispiel rechts.

Diese Technik wird gern in der Kampagne Uncyclopedia deckt auf angewandt.

[Bearbeiten] Das Klischee und die Metaphergewaltigung

Klischees, abgedroschene Metaphern und Stereotypen geben hervorragendes Rohmaterial für Satire ab. Erstens sind gängige Klischees allgemein bekannt und zweitens sind Klischees in der Regel dumm, so dass man sie auf intelligente Weise sezieren kann. Dazu kommt, dass alle professionellen Texter wie Journalisten und Redakteure ständig mit Klischees und abgedroschenen Metaphern arbeiten, weil sie einfach nicht die Zeit haben, sich etwas Neues und Originelles einfallen zu lassen. Wir aber, die unbezahlten Hobbysatiriker, können es uns leisten, minutenlang an einer Formulierung zu arbeiten und auch manchmal etwas wirklich Neues zu erschaffen!

Oder wir schrauben an den altbekannten Metaphern ein wenig herum. Wir könnten versuchen, dem Eisberg die Spitze zu nehmen, wir könnten etwas unter den roten Teppich kehren. Wir könnten das Loch von Schmalkalden als Erdrutschsieg feiern. Mit Stereotypen wie amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass können wir den Leser einlullen und seine Gedanken in ausgetretene Pfade lenken, um ihm dann unvermittelt etwas Überraschendes vorzusetzen.

Die deutsche Sprache ist unser Handwerkszeug. Der unbekümmerte und spielerische Umgang mit ihr ermöglicht es uns, einen kleinen geistigen Vorsprung vor dem Leser herauszuarbeiten, und vermittelt dem Leser ein Glücksgefühl, wenn er es geschafft hat, uns wieder einzuholen.

[Bearbeiten] Stilmittel

[Bearbeiten] Interview

Eine Möglichkeit, um polarisierende, politisch höchst inkorrekte Aussagen in einem Text unterzubringen, ist: Lass es jemand anderen sagen! Erfinde eine Figur mit höchst verqueren Ansichten und interviewe sie durch einen Uncyclopedia-Reporter. Lass die Figur all die Dinge sagen, die du in der Öffentlichkeit nie sagen könntest und konfrontiere sie mit Gegenargumenten seitens des Reporters, lass' sie sich selbst bloßstellen oder ad absurdum führen!

Beispiele: Beispiel1 | Beispiel2 | Beispiel3

[Bearbeiten] Ausdruck

Derbe und blumige Polemik kann bei sparsamer Dosierung ihren Reiz haben und auflockernd wirken. Allzu häufiger und inflationärer Gebrauch derber Ausdrücke lässt die Waage aber schnell zum Gossenhaften kippen, und wird in der Regel nicht so gern weitergelesen.

[Bearbeiten] Zitate

„Was ned passd, wird hald passend g'machd, gell!“

~ Wolfgang Schäuble über das Grundgesetz

Zitate eignen sich gut, um einen Artikel einzuleiten, aber auch zwischendurch zur Auflockerung. In der Uncyclopedia ist es seit geraumer Zeit Mode, die meisten Zitate Oscar Wilde zuzuschreiben, du kannst sie aber auch Heinz Erhardt, Helmut Schmidt, Konrad Adenauer oder Charles Darwin oder wem du willst in den Mund schieben.

[Bearbeiten] Wenn dir nichts einfällt

Hier noch eine wichtige Regel, die zur Qualitätssteigerung deiner Artikel dienen soll: Wenn dir nichts einfällt, lass es weg.

Das soll heißen, dass du lieber einen Satz weniger schreiben solltest, als deinen Artikel mit unlustigen Fülltexten vollzustopfen. Auch wenn wir oben gesagt haben, dass ein guter Uncyclopedia-Artikel eine gute Parodie auf einen Wikipedia-Artikel ist, bedeutet das nicht, dass du jedes Wort eines Wikipedia-Artikels einzeln parodieren musst. Wenn du zum Beispiel einen Artikel über eine Person schreibst, dann fängt dieser Artikel in der Wikipedia ja meist mit den Lebensdaten an: Geburtsdatum, Geburtsort, Beruf etc. Nun kann man natürlich auf den Gedanken kommen, auch diese Lebensdaten zu parodieren, etwa

Paul Potts (* 35. Mai 753 v. Chr. in Pottsburgh, † drölfter Juni 2000drölf in Pottsblitzhagen)

- das Problem dabei ist nur, dass das meistens nicht lustig ist. Den 35. Mai hat Erich Kästner schon vor dem Krieg erfunden, und wenn du stattdessen den 36. November nimmst, wird es auch nicht lustiger. Weil so viele Leute sich hier schon einen abgebrochen haben, gibt es kaum noch was Neues.

Eine Parodie ist nur dann wirklich "parodistisch", wenn sie nicht beliebig ist. Wenn man einen Text für alle möglichen Artikel benutzen könnte, dann ist er meist von geringem parodistischem Wert (und den 35. Mai könnte man im Grunde bei jeder Person verwenden - der Geburtsort "Pottsburgh" in obigem Beispiel hat da schon mehr individuellen Bezug zum Thema). Also, wenn dir keine individuellen Ideen einfallen, dann verwende stattdessen einfach die Originaldaten (das macht den Artikel "echter", und eine gute Parodie sollte immer versuchen, knapp an wirklicher Glaubwürdigkeit vorbeizuschrammen) - oder lass es weg.

Weitere Beispiele für unlustige Fülltexte:

  • Wann genau Polen aufgetaucht ist, weiß keiner so genau ... (Mir ist zur Gründung Polens nichts Lustiges eingefallen)
  • Die genaue Herkunft der Currywurst ist unbekannt. (Mir ist nichts eingefallen, aber ich wollte etwas schreiben.)
  • Seine Herkunft ist unklar, so auch sein Alter. (Ich musste einfach etwas hier hinschreiben, auch wenn es nur Fülltext ist.)

Mit anderen Worten: Wenn ein Satz selber keine Pointe enthält, wenn er auch nicht dazu dient, eine Pointe vorzubereiten, und wenn er auch nicht für die Struktur deines Artikels unbedingt notwendig ist, dann lass ihn weg. (Und wenn das dazu führt, dass von deinem Artikel nichts übrig bleibt, nun ja ... dann lass es ganz.)

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Niemand wird dir verbieten, deinen Artikel "Timbuktusiamesianische-Halbwertszeitungs-Einwohnerzahl" zu nennen, aber gib dich nicht der Illusion hin, ein anderer Mensch würde jemals diesen Begriff in die Suchleiste eingeben.
  2. Die meisten Browser haben eine eigene Textsuchfunktion. Drücke dazu Strg+F und gib das Suchwort in das erscheinende Fenster ein. Daraufhin werden in der Regel alle Treffer farbig hervorgehoben. Damit findest du schnell die betreffende Textstelle.


Und nun wünscht dir das Uncyclopedia-Team noch viel Erfolg! Leg' los und gelange zu Ruhm und Ehre...

PS: Wir freuen uns auf deinen guten Artikel!

Spezialprojekte
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