Karl der Große

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Aquamanile
Karl der Große, leicht genervt nach 40 Jahren Sachsenkriegen mit schlechtem Wetter und schlechtem Essen.

Karl der Große (auch Carolus Magnus, Charlemagne, Big Charlie, Monte Carlo oder Karel Gott), * wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) war ein kleinwüchsiger Hausmeistersohn, der zufällig den Königsthron des Frankenreichs erbte, dieses Erbe erfolgreich zu einem Kaiserreich ausbaute und damit die Europäische Union vor 1200 Jahren schon fast vorwegnahm. Da er später erkannte, dass so eine Union niemals funktionieren kann, verteilte er sein Reich in kleinen Teilen unter seine Erben und warnte sie, diesen Unsinn nicht noch einmal zu versuchen.

[Bearbeiten] Leben

Der Lebenslauf Karls des Großen ist unvollständig, da er sich niemals irgendwo bewerben musste. Es gab zwar einen Biographen namens Einhard, der über Karl schrieb, aber der wusste noch nicht, dass man bei einer Biographie üblicherweise mit der Geburt anfängt.

[Bearbeiten] Herkunft

Wir können aber so viel sagen, dass schon Karls Großvater, Karl Martell, seinerzeit Hausmeister bei einem Merowingerkönig war. Dieser Karl Martell war praktisch begabt und konnte nicht nur Glühbirnen auswechseln und Jalousien anbringen, sondern auch prima defekte Ritterrüstungen ausbeulen, und bekam deshalb den Beinamen Martell, was so viel heißt wie Hammer oder auch grauer Kittel.

An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass sich das Ganze im Zeitalter der beknackten Namen abspielte und jemand, der Karl hieß, schon gewaltiges Glück hatte. Der Normalfall waren Namen wie Plektrud, Grimoald, Berchar, Hugobert, Waratto, Willibrord oder Theudis. Deshalb war es nicht unbedingt verwunderlich, dass Karl Martell seinem eigenen Sohn den Namen Pippin gab. Viele Historiker deuten dies als Hinweis, dass es sich bei dem ganzen Geschlecht der Karolinger um Hobbits gehandelt hat, aber hierfür gibt es keine eindeutigen Belege. Sicher ist, dass sie alle nicht besonders groß gewachsen waren, aber das hatte auch Vorteile, zum Beispiel sparte man viel Material bei der Herstellung von Rüstungen, und die Pferde hatten auch nicht so schwer zu schleppen.

Auch Pippin war zunächst nur Hausmeister des Königs, ärgerte sich aber zunehmend über seinen Arbeitgeber. Der König, ein vertrottelter alter Merowinger, ließ sein Altglas überall herumliegen und warf immer zu viel Müll ins Klo, so dass Pippin ständig unnötig aufräumen und verstopfte Rohre freimachen musste. Irgendwann hatte er die Faxen dick und schob den König in ein Kloster ab - ein Kloster wurde seinerzeit oft als Endlager für abgehalfterte oder überzählige Monarchen und Thronerben genutzt, so ähnlich wie heute die EU-Kommission. Daraufhin verschrottete Pippin seinen Kittel und seinen Dackel, setzte sich selber auf den Thron des Frankenreichs und ab sofort wurde der Müll ordentlich getrennt.

Pippin hatte zwei Söhne, Karl und Karlmann, und nachdem es nun ordentlich was zu erben gab, war der Ärger zwischen beiden vorprogrammiert. Zum Glück aber starb Karlmann bereits mit zwanzig eines natürlichen Todes, nämlich an einem starken Nasenbluten. Ob ihm jemand die Nase eingedrückt hat oder er selbst sich zu viel Koks hindurchgezogen hat, konnte nicht geklärt werden, aber auf eine gründliche Klärung legte auch niemand mehr besonderen Wert. Karl blieb übrig und war am Ruder.

Die Ahnentafel Karls des Großen

Peregrin Tuk
(* um 635, † 714),
fränk. Hausmeister
Chalpaida
(† vor 714), Zweitfrau
Frodo Beutlin
(† um 717 in Reims), Bischof in Trier, Reims und Laon
Gelbtrude von Trier Samweis Gamdschie,
(* um 660, † 680), Graf von Laon
Bertrada die Ältere,
(* 660, † nach 721) Stifterin der Abtei Prüm
Meriadoc Brandybock, Leihbischof von Wilhelmshaven Grüntrude von Trier
Karl Martell
(* um 689, † 741), fränkischer Hausmeister
Rotrude von Trier
(* 690, † 724)
Heribert,
(* 680, † 747)
Graf von Laon
Bertrada die jünger Aussehende
Pippin der Jüngere
(* 714, † 768), König der Franken
Bertrada die Jüngere
(* um 725, † 783)
Karl der Große (* 747, † 814),
Römischer Kaiser
Karl der Grosse - Pippin der Bucklige
Karl der Große und sein Sohn Pippin der Bucklige. Dass der Sohn entgegen Karls eigentlichen Absichten doch wieder einen Hobbit-Namen bekam, hat wohl mit seiner Rückenfehlbildung zu tun. Die Person unten ist ein Schreiber. Wie man sieht, mussten Schreiber im Mittelalter ganz besonders fiese Verrenkungen durchmachen.

[Bearbeiten] Herrschaftsantritt

Als Karl die Alleinherrschaft übernahm, drohte von vielen Seiten Ärger. Die Franken selbst waren zwar christianisiert, hielten aber sonst nicht viel von Zivilisation, sondern waren eigentlich nur zum Kämpfen zu gebrauchen. Die Sachsen waren damals noch keine Ossis, sondern lebten in Norddeutschland und beteten irgendwelche Bäume an, was Karl überhaupt nicht gefiel. In Italien herrschten die Langobarden, was wiederum dem Papst nicht gefiel. In Spanien trieben sich irgendwelche Ajatollahs herum, die gern den Islam in ganz Europa verbreiten wollten. Und wenn sonst Ruhe war, kamen noch ein paar Reitervölker aus dem Osten vorbei. Mit anderen Worten, die Hütte brannte an allen Ecken, und für einen jungen Herrscher, der Lust auf ein bisschen Randale hatte, wurde einiges geboten.

[Bearbeiten] Karl und die Sachsen

Im Jahre 772 machte Karl Urlaub an der Weser, wo die Sachsen wohnten. Dort vergnügte er sich mit Jagen und Holzhacken. Als ihm das Holz zum Hacken ausging, suchte er sich einen großen Baum aus und fällte diesen. Leider verärgerte er damit seine Gastgeber, denn die Sachsen waren der Ansicht, dass dieser Baum heilig war und den ganzen Himmel trug, so dass nunmehr die Gefahr bestand, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Sie verlangten Schadenersatz von Karl. Der hatte nicht mehr genug Geld in der Urlaubskasse, sah den abergläubischen Unsinn auch gar nicht ein und verwies nicht ganz zu Unrecht darauf, dass der Himmel nach wie vor fest am Firmament angebracht war. Er war nur bereit, den reinen Holzwert des heiligen Baumes zu ersetzen.

Es kam zum Streit, und dieser Streit zog sich über die nächsten vierzig Jahre hin. Karl kehrte fast jedes Jahr an seinen Urlaubsort zurück und verbrachte dort Wochen mit den deftigsten Schlägereien. Dies ging immer so lange, bis die Sachsen sich ihm unterwarfen. Kaum war er abgereist, nahmen die Sachsen ihre Unterwerfung wieder zurück, so dass er im nächsten Jahr auf ein Neues wiederkommen konnte. Bald war das Ganze ein liebgewonnenes Ritual. Dass die Sachsen heute so komisch sprechen, hängt vor allem damit zusammen, dass sie damals so oft eins aufs Maul bekamen.

Karl erntete oft Kritik für seine Sachsenzüge. Um die horrenden Kosten seiner Reisen zu rechtfertigen, erklärte er, er müsse die Sachsen zum Christentum bekehren und sei deshalb so oft dort. Dieses Argument war damals passend für jeden Kriegszug, so ähnlich wie heute die Massenvernichtungswaffen, die man unbedingt ausmerzen muss. Tatsächlich war es Karl wumpe, ob die Sachsen nun zu Odin beteten oder zur Jungfrau Maria. Hauptsache, er konnte immer wieder hinfahren. Wenn es gut lief, beteiligten sich die sächsischen Frauen sogar oben ohne an der Schlacht, und so etwas durfte man nicht verpassen.

Weil sich alle Beteiligten so an die regelmäßigen Kämpfe gewöhnt hatten, fiel es nicht auf, dass Karl das ganze Sachsengebiet allmählich seinem eigenen Reich einverleibte. Er gliederte es in die Provinzen Westfalen und Ostfalen, aber weil dies vielen Leuten zu kompliziert war, wurden beide später wieder zu Ostwestfalen zusammengelegt. Und das gibt es immerhin noch heute, es kann also nicht ganz unbrauchbar gewesen sein.

[Bearbeiten] Karl, der Papst und die Langobarden

Die Kämpfe gegen die Sachsen waren ein kurzweiliges Hobby, lasteten den großen Karl aber bei weitem nicht aus. Deshalb legte er sich zusätzlich auch noch mit den Langobarden an, die ebenfalls über schöne Urlaubslandschaften in Norditalien verfügten. Der Ärger mit den Langobarden beruhte auf einer Namensverwechslung, denn ursprünglich waren sie Karls beste Freunde. Karl hatte sogar eine langobardische Königin namens Gerperga geheiratet, trotz ihres beknackten Namens. Zu dieser Zeit lebte Karls Bruder Karlmann noch, und der hatte eine Frau namens Gerberga, Gerberga mit b, während Karls Frau mit p geschrieben wurde. Als nun Karlmann starb, ahnte seine Witwe nichts Gutes und floh zu den Langobarden, obwohl sie gar nicht die Gerperga war, die von den Langobarden stammte. Sie redete dem Langobardenkönig ein, es sei gar nicht gut für ihn, dass Karl nun Alleinherrscher des Frankenreiches war. Daraufhin schickte Karl wiederum seine Frau, die langobardische Gerperga, ebenfalls zu den Langobarden, und ließ ihnen erklären, dass sie sich ihre Prinzessin an den Hut stecken könnten. Das konnte Karl sich leisten, er besaß genug Frauen.

Nun kam auch der Papst ins Spiel, und damit begann ein höchst erfolgreiches Tandem seine intrigante Arbeit. Der Langobardenkönig ging zum Papst und wollte ihn gegen Karl aufbringen, aber er erreichte genau das Gegenteil. Man muss dazu wissen, dass die katholische Kirche damals ein recht kümmerliches Bild abgab, seitdem das römische Reich untergegangen war. In Rom war der Lack schon lange abgeblättert. Nun hatte aber Karls Vater, Pippin, größere Ländereien in Italien dem Papst versprochen, die er vorher den Langobarden abgenommen hatte. Dadurch war das Papsttum wieder im Kommen, aber den Langobarden schmeckte dies natürlich überhaupt nicht. Bei dieser Vorgeschichte war jedenfalls klar, dass der Papst sich mit den Franken verbünden würde.

Man kann sich fragen, was Karl davon hatte, den Papst zu unterstützen. Der Kirchenstaat besaß damals keine Macht, hatte noch nicht allzuviele Schätze zusammengerafft, hatte kein Öl oder sonst etwas Interessantes. Allerdings hatte einer der letzten Päpste in einer alten Vitrine ein vergammeltes Dokument gefunden, das sich als Lizenz zur Kaiserkrönung entpuppte. Die Päpste waren zu allen Zeiten ewiggestrige Nostalgiker, und damals glaubten sie, das alte römische Reich bestehe noch immer (so ähnlich wie heute einige Pappnasen behaupten, es gebe das alte Deutsche Reich immer noch). Und an der Spitze des römischen Reiches stand nun mal ein Kaiser. Jeder Papst versuchte nun, den Kaisertitel wieder an den Mann zu bringen, möglichst an einen bedeutenden Herrscher, der als Gegenleistung der Stadt Rom wieder ein bisschen auf die Beine helfen und sie erneut zur Hauptstadt der christlichen Welt machen sollte. In Byzanz waren sie mit der Idee bereits abgeblitzt, denn die Byzantiner hielten sich, nicht ganz zu Unrecht, selber für den Rechtsnachfolger des römischen Reiches. Die nächste Macht, die für so einen Plan in Frage kam, war das Reich der Franken.

Und Karl war sehr aufgeschlossen für die Wiedererrichtung des Kaisertums. Er hatte nicht vergessen, dass noch sein Vater als einfacher Hausmeister in den königlichen Residenzen die Heizungen repariert hatte. Wie alle Hausmeisterpersönlichkeiten war auch Karl von dem Gedanken beseelt, seinem Amt höhere Weihen zu verschaffen (heutzutage wird dafür der Begriff Facility Manager genutzt), und das alte römische Reich mit quasi göttlichem Segen wieder neu aufzubauen, war zu diesem Zweck genau das Richtige.

So zog Karl also im Jahre 773 gegen die Langobarden. Hierbei ergab sich ein kleines Problem, denn auf dem Weg nach Italien standen ihm die Alpen im Weg. Wenn man sich nicht auskannte, war dies ein übles Hindernis, denn es gab noch keine Tunnel und Autobahnen. Der langobardische König besetzte die wenigen vorhandenen Alpenpässe, und Karl hatte keine Möglichkeit durchzukommen. Zum Glück bekam er Besuch von einem langobardischen Verräter, der bereit war, sein Heer über einen Geheimpfad nach Norditalien zu führen.

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Wie auf dieser zeitgenössischen Polaroidmalerei gut zu erkennen ist, verfügte Karl bereits über eine Luftwaffe. Unten erkennt man die traditionelle schwere Reiterei, oben die leichteren fliegenden Reiter. Diesem strategischen Vorteil hatten seine Gegner nichts entgegenzusetzen, was seine oft verblüffenden militärischen Erfolge erklärt.

Als Karl mit Hilfe dieses Führers sicher in Italien angekommen war, fragte er den Mann, was er sich als Belohnung wünschte. Der Langobarde war von Beruf ein Spielmann. Dies galt allerdings für alle Langobarden. Der Name Langobarden kommt nämlich nicht, wie überall fälschlich berichtet wird, von ihren langen Bärten, sondern rührt daher, dass die Angehörigen dieses Volkes jedermann mit endlosem Minnesang auf die Nerven gingen. Bei den Brüdern Grimm heißt es zu diesem Vorfall, der Spielmann habe auf einem Berg sein Horn ertönen lassen, und Karl habe ihm alles Land, in dem das Horn zu hören war, zu Besitz gegeben. Zu diesem Zweck habe der Spielmann alle umliegenden Täler aufgesucht und jeden gefragt, ob er das Horn gehört habe; wenn ja, habe er dem anderen eine Ohrfeige verpasst und ihm gesagt, dass er nun sein Leibeigener sei. Tatsächlich war es etwas anders, denn Karl dachte gar nicht daran, sich dem scheußlichen Getröte des Langobarden auszusetzen. Er sagte ihm einfach, dass er jeden Mann als Leibeigenen haben werde, den er im Laufe eines Tages ohrfeigen könne. In der Sage wird so ein simpler Verwaltungsakt dann oft stark romantisiert wiedergegeben.

Nach dem erfolgreichen Alpenübergang war der Sieg gegen die Langobarden nur noch eine Formsache. Karl nahm Pavia und Verona ein, schickte den Langobardenkönig wie üblich ins Kloster und setzte sich dessen Königskrone selber auf. Damit war der erste Schritt zum Kaisertum getan, es sollte allerdings noch einige Päpste dauern, bis es so weit war.

[Bearbeiten] Karl und die Sarazenen

Nachdem die Verhältnisse in Italien geklärt waren, sah Karl sich nach weiteren Eroberungsmöglichkeiten um. Da fiel sein Blick auf Spanien, ebenfalls ein attraktives Land mit schönen Stränden. Dort herrschten zu dieser Zeit die Sarazenen, die damals noch Mauren genannt wurden, weil sie so schöne Paläste bauen konnten. Ein Vorwand für einen Eroberungszug war schnell gefunden, denn die Sarazenen waren damals bereits in mehrere Emirate zersplittert, so dass es ein Leichtes war, sich von einem der gerade schwächeren Emire zu Hilfe rufen zu lassen.

Im Jahre 778, nachdem sich die Sachsen gerade mal wieder vorläufig unterworfen hatten, begann die Operation Emir als dir allerdings wieder mit einem Rückschlag: Auf dem Weg nach Spanien musste Karl feststellen, dass schon wieder ein Gebirge im Weg war: die Pyrenäen. Der Übergang erwies sich als leichter als bei den Alpen, aber auf dem Rückweg sollte ihn noch Ärger erwarten. Karl marschierte durch ein paar Städte Nordspaniens und forderte die lokalen Emire auf, die Oberhoheit des Frankenreiches anzuerkennen. Die lokalen Emire bedankten sich freundlich für die militärische Unterstützung, erklärten aber, dass ihnen nicht danach war, die Oberhoheit des Frankenreiches anzuerkennen. Karl wollte gerade böse werden, als er aus den Augenwinkeln erkannte, dass dieses Land trostlos und unfruchtbar war, so dass es sich kaum lohnte, dafür in den Krieg zu ziehen. Seine Mannen, die die gute französische Küche gewohnt waren, mochten sich mit den kargen spanischen Rationen gar nicht anfreunden und grummelten bereits vernehmlich.

Karl beschloss, es vorerst dabei zu belassen, ein paar Grenzposten aufzustellen. So entstand die Spanische Mark, ein schmaler Streifen fränkischer Besitztümer in Nordspanien, von dem heute noch immer ein kleiner Rest existiert, der Andorra genannt wird. Leider versäumte es Karl, den Grenzprovinzen irgendwelche Privilegien zu erteilen, sonst wäre Andorra heute vielleicht auch ein Steuerparadies wie Liechtenstein oder die Cayman-Inseln.

Dann kehrte Karl um, und nun ging der Ärger los.

[Bearbeiten] Ritter Roland und die Schlacht von Roncesvalles

Auf dem Rückweg ins Frankenland kam Karl durch Pamplona, und weil er ein bisschen Frust schob, ordnete er an, die Stadt dem Erdboden gleichzumachen. Karl wusste nicht, dass diese Stadt den Basken gehörte, einem Volk von begabten Bombenlegern, die scheußliche Mützen zu tragen pflegten. Die Basken sammelten sich in ein paar Terrorcamps in den Bergen und schworen Rache.

Als Karls Heereszug nun über die Pyrenäen ins Frankenreich zurückkehrte, marschierte am Ende des Heeres Ritter Roland, der Pfalzgraf der Bretagne, und bewachte den Tross, der auch einiges Gold mitführte, weil die örtlichen Emire immerhin zu einer kleinen Ausgleichszahlung hatten bewegt werden können.

Ritter Roland war ein nichtsnutziger Neffe Karls und ein unverbesserliches Großmaul. Bei einem ritterlichen Großmaulwettbewerb hatte er einst einen mächtigen Elefantenstoßzahn gewonnen, der ausgehöhlt war und auf dem man wie auf einem Horn ein bisschen herumtröten könnte. Dieses Horn, Olifant genannt, trug er die ganze Zeit mit sich herum, um jedermann zu demonstrieren, dass er den Längsten hatte.

Als nun die Nachhut unter Rolands Führung von einer großen Horde Basken überfallen wurde, forderten Rolands Unterführer, er solle sein mächtiges Horn erschallen lassen und damit Karl und die Hauptmacht des Heeres zu Hilfe rufen. Roland lehnte ab und erklärte, mit so ein paar albernen Strickmützen werde er und seine Mannen schon allein fertig.

Daraufhin metzelten die Basken die Hälfte seiner Mannen nieder. Erneut fragten Rolands Getreue, ob es nicht vielleicht doch eine gute Idee wäre, mit dem Horn ein wenig Unterstützung anzufordern. Roland aber bezeichnete sie als Memmen und schickte sie zurück in die Schlacht.

Daraufhin metzelten die Basken die andere Hälfte seiner Mannen nieder. Nun stand Roland allein da. Einige besonders vorwitzige Feinde hatten ihm bereits ein paar Speere, Pfeile und Schwerter in den Leib gesteckt. An diesem Punkt entpuppte sich Roland als genialer Stratege und zog sein As aus dem Ärmel: Er setzte sein Horn an die Lippen und blies es aus Leibeskräften!

Den Basken fielen fast die Ohren ab. Auch Roland selbst tat diese Anstrengung nicht mehr besonders gut, ihm platzten ein paar wichtige Gefäße und ein Lungenflügel, aber darauf kam es jetzt auch nicht mehr an, da er sowieso hinüber war. Jedenfalls hatte Karl den Hilferuf noch in fünfzig Meilen Entfernung vernommen und war in wenigen Minuten zur Stelle.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Basken sich natürlich mit der Beute davongemacht. Karl fand auf dem Schlachtfeld nur noch die sterblichen Überreste Rolands und seiner Nachhut vor. Roland hatte im Sterben noch schnell die wichtigsten Ereignisse der Schlacht in Liedform niedergeschrieben, so dass Karl von seinen Heldentaten erfuhr und sie später veröffentlichen konnte. Karl war ein pragmatischer Denker, nahm Roland seine Niederlage nicht weiter übel und konnte seine Verluste später mit den Tantiemen des Rolandslieds mehr als ausgleichen.

Thron Karls des Großen
Karls Thron. Nur ein Kaiser von Gottes Gnaden war berechtigt, sich in so einem flauschigen Luxusmöbel zu räkeln.

[Bearbeiten] Karl und die Bayern

Nun war an den Grenzen des Frankenreiches schon fast alles geklärt. Als letztes wandte sich Karl den Bayern zu (die damals noch Baiern hießen, weil das Ypsilon selten und teuer war) und machte ihnen ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten: Sie sollten sich bitteschön auch der fränkischen Oberhoheit unterordnen, dafür bekämen sie dann einen eigenen Weißwurstäquator und könnten Rekordmeister werden. Die Bayern akzeptierten dies, nachdem sie sich das Recht ausbedungen hatten, regelmäßig ein bisschen zu maulen.

[Bearbeiten] Die Kaiserkrönung

Nach all diesen Feld- und Winkelzügen beherrschte Karl also größtenteils die Gebiete des heutigen Frankreich, Deutschland und Norditalien. Das war sehr ordentlich, fand er, und es konnte doch irgendwie noch nicht alles sein. Sollte er so weitermachen und immerzu neue Gebiete an sich raffen? Nach dreißig Jahren voller Feldzüge riet ihm jedenfalls sein Orthopäde, nicht mehr so viel zu reiten und stattdessen lieber etwas für seinen Rücken zu tun.

Während er gerade in Paderborn weilte und sich den Rücken massieren ließ, bekam er mal wieder Besuch von einem Papst. Die Päpste hatten während Karls Kriegen oft gewechselt, und Karl hatte ein bisschen den Überblick verloren, erinnerte sich aber noch, dass er grundsätzlich mit dem Papst verbündet war. Der aktuelle Amtsinhaber, Leo mit Namen, hatte Ärger daheim in Rom und erhoffte sich von Karl tatkräftigen Beistand. Hierfür stellte er Karl die lang ersehnte Kaiserwürde in Aussicht.

Leo schlug vor, Karl im Jahre 800 in Rom zum Kaiser krönen zu lassen. Karl wandte ein, dass in so einem runden Jahr doch wahrscheinlich die Welt untergehen werde, aber Leo versicherte ihm, dass der Weltuntergang erst im Jahr 1000 bevorstehe. Es lohne sich also schon, noch einen Kaisertitel anzunehmen und auch ruhig noch eine Dynastie darauf zu begründen. Karl schlug schließlich ein.

Die Kaiserkrone stand ihm gut. Vor allem ließ sie ihn größer wirken. Er musste jetzt nicht mehr jedesmal aufs Pferd steigen, wenn er seine Leute überragen wollte. Karl ließ verkünden, dass er von nun an Karl der Große genannt zu werden wünsche. Dass ihm dies so wichtig war ist ein weiteres Indiz dafür, dass er tatsächlich Hobbits in seinem Stammbaum hatte. Ob er sich noch regelmäßig die Füße rasieren musste, ist nicht überliefert.

[Bearbeiten] Karl und die Kultur

Neben seinen zahlreichen Kriegszügen fand Karl noch ausreichend Zeit, sich auch um die Kultur, Bildung und Sprache verdient zu machen. So erfand er zum Beispiel die Kleinbuchstaben, die sogenannte Karolingische Minuskel. Auch das Leerzeichen ist eine Idee Karls. Zuvor waren nur die lateinischen Großbuchstaben verwendet worden, und zwischen den einzelnen Worten eines Textes wurde kein Leerraum gelassen. Für diese beiden Erfindungen hat auch die Uncyclopedia Karl besonders zu danken, denn sonst sähen alle unsere Artikel aus wie die Trollseite.

Des weiteren befahl Karl, dass die Städte seines Reiches in Zukunft nicht mehr mit ihren lateinischen Namen, sondern mit ihren volkssprachlichen Namen benannt werden sollten. Aus Aquisgranum wurde Aachen, aus Urbs Turorum wurde Tours und Vadum Francorum wurde Frankfurt. Nur eine einzige deutsche Stadt entging diesem erzwungenen Sprachwechsel und trägt heute noch ihren ursprünglichen lateinischen Namen: Porta Westfalica. Dieser Fehler beruht vermutlich auf der gleichen Realitätsverzerrung wie die Bielefeldverschwörung.

Karldergrossesignatur
Karl hielt sehr auf Bildung, fand das Lesen und Schreiben selber aber ziemlich mühsam. Deshalb bastelte Einhard ihm in der damals revolutionären Kartoffeldrucktechnik einen Stempel, mit dem er seine zahlreichen Urkunden unterzeichnen konnte. Für Einhard hatte dies den Vorteil, dass er sich damit ab und zu einen Scheck ausstellen konnte, um sein karges Hausgelehrtengehalt insgeheim aufzubessern.

In der Architektur hat Karl ebenfalls einige Nachwirkung hinterlassen. Er entwickelte die Residenz auf Rädern. Aufgrund der immensen Ausdehnung des Frankenreiches war es ihm nicht möglich, sich einfach eine Hauptstadt zu wählen und von dort aus zu regieren. Stattdessen baute er sich einen mobilen Palast und wanderte damit übers Jahr zwischen seinen Kaiserpfalzen wie Aachen, Ingelheim, Nijmegen oder Paderborn hin und her. Damit war er auch der Begründer der Campingbewegung. Natürlich gab es an den verschiedenen Residenzorten auch einige fest angestellte Mitarbeiter, die sich darum kümmern mussten, dass der Grill bereits angeheizt war, wenn Karl mit seiner Entourage eintraf.

[Bearbeiten] Nachkommen und Reichsteilung

Karl hatte im Laufe seines langen Lebens mindestens fünf Ehefrauen, vier Nebenfrauen und abends zog er dann noch gern um die Häuser. Es sind mindestens zwanzig Nachkommen von ihm verzeichnet, und die Dunkelziffer dürfte wie immer weit höher liegen.

Dies und die Statistik sprechen dafür, dass Karls Gene sich mittlerweile fröhlich über Europa und die Welt ausgebreitet haben, und jeder heute lebende Mensch, dessen Vorfahren sich nicht konsequent in der Antarktis aufhielten, von Karl dem Großen abstammt.

In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, dass das fränkische Erbrecht keine Primogenitur kannte, sondern alle Kinder, zumindest die männlichen, zu gleichen Teilen erbberechtigt waren. Aus diesem Grund sollte Karls Reich auch nach seinem Tod unter seine drei überlebenden legitimen Söhne aufgeteilt werden. Diese Reichsteilung fand zunächst nicht statt, weil zwei der drei Söhne noch vor Karl starben; in der nächsten Generation wurde sie dann allerdings durchgeführt, Karls Frankenreich wurde in Austrien, Neustrien und Italien bzw. Lothringen aufgeteilt.

Wäre das fränkische Erbrecht konsequent weiter angewandt worden, so stünde jedem Erdenbürger heute als Erben Karls des Großen ein Reichsteil von ungefähr 176 m² Größe zu. Einige spezialisierte Anwaltsbüros arbeiten inzwischen daran, für ihre Klienten diese Ansprüche wieder durchzusetzen.

Sacre de Charlemagne
Karl konnte ausgezeichnet kochen, dies wird in der offiziellen Geschichte meist verschwiegen. Diese Abbildung zeigt ihn bei einer mittelalterlichen Kochshow, umgeben von zahlreichen Spitzenköchen, die ihm den Preis für den besten Nachtisch verleihen.

[Bearbeiten] Nachwirkung

Betrachtet man das Frankenreich nach den Eroberungen Karls, so sieht man ein Gebilde, das in etwa aus den Gebieten des heutigen Deutschland, Frankreich und Italien besteht, umliegende Klein- und Schurkenstaaten eingeschlossen. Dies hat zur Folge, dass die modernen Staaten auf diesen Flächen sich mehr oder weniger in die Tradition des Frankenreiches stellen und Karl den Großen für einen der ihren halten. Insbesondere das heutige Frankreich versucht gern, aus Karl einen Franzosen zu machen, was natürlich durch und durch lächerlich ist. Kein Mensch, der Karl heißt, kann Franzose sein. Offensichtlich verwechseln sie Karl mit einer geschichtsgeklitterten Fantasiefigur namens Charlemagne, einer Mischung aus Asterix und Napoleon, die bei näherer Betrachtung rein gar nichts mit Karl dem Großen zu tun hat.

Naheliegender ist es da schon, Karl mit der europäischen Einigung, der Europäischen Union oder dem Eurovision Song Contest in Verbindung zu bringen. Dies entspricht Karls Leistungen auf politischem und kulturellem Gebiet weit mehr. Viele Europapolitiker von heute sehen in Karl dem Großen ein leuchtendes Vorbild und würden sich wünschen, sie könnten wie Karl ihre kleinlichen Streitereien und Partikularismen durch energisches Auftreten und massiven Einsatz berittener Streitkräfte beilegen.

Auch die katholische Kirche hat Karl viel zu verdanken. Ohne ihn wäre sie womöglich noch vor Ablauf des ersten Jahrtausends aus der Geschichte gestrichen und durch die orthodoxe Kirche, den Islam oder schlichtweg durch klares Denken ersetzt worden. So aber schmiedete sie ein Bündnis mit einem mächtigen weltlichen Kaisertum, das für etliche Jahrhunderte Bestand haben sollte. Das Ergebnis war das Heilige Römische Reich. Natürlich hielt die Dankbarkeit der katholischen Kirche nicht besonders lange an; nachdem sie selbst am Drücker war, setzte sie alles daran, die weltlichen Herrscher zu ihren Hampelmännern zu degradieren. Aber so läuft es eben in der Geschichte, man nimmt, was man kriegt, und die Karolinger hatten sich ja selbst gegen die Merowinger hochgeputscht, dürften sich also kaum beschweren, wenn ihre Nachfolger später ebenso abserviert werden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Tolkien, J. R. R.: Der kleine Hobbit. Mittelerde 1937, ISBN 5-9848-8408-7
  • Ewing, J. R. R.: Der kleine Kaiser, Dallas 1978, ISBN 5-9848-8408-7
  • Machiavelli, J. R. R.: Reichsteilung leicht gemacht, Florenz 1515, ISBN 5-9848-8408-7
  • Mommsen, T. J.: Mein Großer, Berlin 1898, ISBN 5-9848-8408-7



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