Psychiatrie

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„Wäre die Psychiatrie vor der Psychologie erfunden worden, so müsste ich wohl oder vielmehr übel meinen Lebensabend in einer Gummizelle fristen.“

~ Sigmund Freud über Wissenschaften


„Wie krank muss die Menschheit doch erst sein, dass sie mich als krank bezeichnet!“

~ Hannibal Lecter über die psychiatrische Relativitätstheorie


Vernunft ist eine Krankheit, die dringend psychiatrischer Behandlung bedarf.“

~ Psychiater über das Leistungsspektrum der modernen Psychiatrie


„Wenn es etwas gibt, was mir Angst macht, dann dies.“

~ Adolf Hitler über die deutsche Psychiatrie


„Des Menschen Würde ist therapierbar.“

~ Psychiater über seine Interpretation des Grundgesetzes


Psychiatrie ist eine medizinische Wissenschaft, die helfen soll, das Zusammenleben in der modernen Gesellschaft für das Individuum mit Charakter verhaltensgestörte Herdentier erträglicher zu machen.

[Bearbeiten] Grundsätze

Um Ihre Bedeutsamkeit und Wichtigkeit zu untermauern, folgt die moderne Psychiatrie fünf Grundsätzen, denen praktisch jede Behandlung zu Grunde liegt. Erst wenn ein Psychiatrieadept diese vollständig verinnerlicht hat, darf er selbstständig als Psychiater tätig werden. Ansonsten wären die Gefahren für die Psyche des hoffnungsvollen Nachwuchspsychiaters so groß, dass er binnen Kurzem selbst zum Psychopathen mutiert.

[Bearbeiten] Psychotische Omnipräsenz

Gemäß den Grundsätzen der Psychologie gibt es schlichtweg kein geistig gesundes menschliches Wesen auf dem Planeten Erde (und auf der internationalen Raumstation ISS übrigens auch nicht). Die Begründung dieser These ist denkbar einfach und unumstößlich: Jeder Mensch wird geboren, also erleidet auch jeder Mensch das so genannte Geburtstrauma. Wird der Mensch jedoch per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, so fehlt ihm das Geburtstrauma und damit ein Teil seiner Menschlichkeit. Das wiederum verursacht, wenn nicht gleich Psychosen und/oder Neurosen, zumindest einen schweren Minderwertigkeitskomplex. Es muss also das Ansinnen eines jeden Menschens sein, sich durch die Hilfe eines Psychiaters davon befreien zu lassen.

[Bearbeiten] Langzeitwirkung der Behandlung

Die Behandlung psychiatrischer Probleme dauert sehr lange (im Fachjargon: es werden sehr viele Sitzungen nötig sein), ist aber nicht sonderlich anspruchsvoll. Der Patient besucht ein- bis siebenmal pro Woche seinen Therapeuten und erzählt diesem seine Lebensgeschichte. Dabei liegt er auf einer mehr oder weniger bequemen Couch und hat den Psychiater nicht im Blickfeld. Das ist ein Schutzmechanismus für beide Seiten. Die Gefahr eines Gewaltausbruches seitens des Patienten wird minimiert, da er das hämische Grinsen des Psychodocs über seine verpfuschte Kindheit, das verpfuschte Erste Mal oder die verpfuschte Beziehung zum Schoßhündchen seiner Großmutter zum x-ten Mal wiederkäut. Außerdem kann der Patient so nicht sehen, dass sein behandelnder Psychiater nicht sehen kann, dass er mal wieder eingeschlafen ist, da der Psychiater bereits seit über einer Stunde seine neuen Golfschläger ausprobiert oder ein bedeutsames, die Psychiatrie revolutionierendes, Essay in einem Fachmagazin schreibt. Langzeitwirkung wird dadurch erzielt, dass der Patient immer wieder und wieder die gleichen Geschichten erzählen muss, bis der Psychiater endlich genug peinliche Details zusammen hat, um erstens die genaue Ursache der Störung zu ermitteln und den Patienten deswegen in die Psychiatrie des nächstgelegenen Hochsicherheitskrankenhauses einweisen zu lassen und ihn zweitens auf seiner Homepage der Lächerlichkeit preiszugeben.

[Bearbeiten] Nachhaltigkeit der Behandlung

Die Nachhaltigkeit einer psychiatrischen Behandlung steht in direkt proportionalem Verhältnis zur Habenseite des Bankkontos des behandelnden Psychiaters und zur Schwere der psychiatrischen Störung seines Patienten. Je kleiner die Störung, desto größer die Banküberweisung. Dies dient natürlich nicht dem Wohlergehen des Psychiaters selber (Begründung folgt im nächsten Punkt), sondern ausschließlich dem Wohle des Patienten. Wenn dieser erst einmal eine Hypothek auf sein gerade abbezahltes Häuschen aufnehmen muss, seinen Hund schlachten, da er wegen der Behandlungskosten kein Geld für Bio-Lebensmittel mehr hat und seine blonde Tochter an ein ostasiatisches Bordell verkaufen muss um seinen Psychiater bezahlen zu können, wird er es sich schon sehr genau überlegen müssen, auch nur noch einmal daran zu denken, eine psychische Dysfunktion zu entwickeln.

[Bearbeiten] Geldbesitz ist eine Psychose

Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Menschen, die über zu große finanzielle Mittel verfügen, sich ihrer Umwelt vollständig entfremden. Diese Menschen können sich zwar alles leisten, aber ist kalter materieller Besitz denn ein Ersatz für zwischenmenschliche Wärme und familiäre Geborgenheit, wie sie in der Dritten Welt häufig zu finden ist?!
Nach Ansicht der Psychiatrie definitiv nicht. Die entsprechende Therapie ist aufwändig und so komplex, dass sie nur die besten, weil teuersten Psychiater durchführen können. Sie helfen den Oberschichtlern ihren Ballast in Form von materiellem Besitz loszuwerden. Dazu müssen die beiden vorangegangenen Aspekte sorgsam kombiniert werden. Die Therapie darf nicht zu schnell beendet werden, um die Nachhaltigkeit nicht unnötig zu gefährden. Sie darf aber auch nicht zu lange dauern, da der Psychiater sich dadurch selbst der Gefahr aussetzt, die gefährliche Geldbesitpsychose zu entwickeln. Er wüde dann seinerseits einen Psychiater benötigen. Das würde dann einen gefährlichen Teufelskreis initiieren, durch den dem Rest der Bevölkerung insgesamt weniger Psychiater zur Verfügung ständen.

[Bearbeiten] Unantastbarkeit der Psychiatrie

Die Psychiatrie ist unantastbar. Der Psychiater hat immer Recht. Anzweiflung dieser Tatsache zeugt von einem riesengroßen Gottkomplex und muss mit einer nachhaltigen Langzeittherapie und einer anschließenden Kur in möglichst großer Abgeschiedenheit therapiert werden.

[Bearbeiten] Arbeitsfelder

Die Psychiatrie ist in diverse Aufgabenfelder unterteilt, wovon jedes für sich genommen schon wieder eine isolierte Wissenschaft für sich darstellt.

[Bearbeiten] Verhaltensforschung

Einer der Klassiker unter den psychiatrischen und psychologischen Arbeitsgebieten. Aufgabe der Verhaltensforschung ist es, geeignete Vorgehensweisen zu entwickeln, um die Schwere der Verhaltensgestörtheit psychisch kranker Testobjekte zu ermitteln. Ein Beispiel ist der von dem renomierten Verhaltensforscher Alan Turing entwickelte Turing-Test.

[Bearbeiten] Psychotherapie

Die Psychotherapie ist die auf den Theorien des großen Psychoanalytikers Sigmund Freud fußende und von Psychopharmaka unterstützte Behandlung psychisch kranker Menschen (also von uns allen). Während der einsichtige Mensch, der sozial geländegängig und mit stromlinienförmigen Charakterzügen ausgestattet sein will nun von seinem Psychotherapeuten mit verschreibungspflichtigen Edeldesignerdrogen versorgt wird, muss der nicht in Therapie befindliche Teil der Menschheit auf Ersatzdrogen wie Feierabendbier, Kommunikation mit seinen Mitmenschen oder ein ausgefülltes Liebesleben zurückgreifen, um auch nur seine alltäglichsten Depressionen in den Griff zu kriegen.

Um die geeignete Psychotherapie zu ermitteln, muss zunächst einmal ein Verhaltensforscher ermitteln, ob eine psychische Störung vorliegt (also in jedem Falle ja), ein Psychologe (oder noch besser ein richtiger Arzt) muss sie näher bestimmen (Manie, Komplex, Neurose, Psychose oder Depression).

[Bearbeiten] Psychosomatologie

Diese Fachrichtung der Psychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Leiden, die sich bereits körperlich auswirken. Zum Beispiel kann der klassische Angstscheißer durch einen Psychiater problemlos kuriert werden. Dazu bedarf es lediglich eines auf Nachhaltigkeit optimierten Gespräches und einer Staude Bananen täglich.

[Bearbeiten] Forensische Psychiatrie

Das ist das Fachgebiet, das zumeist dabei versagt, schwerstkriminelle Triebtäter nach Verbüßung ihrer Haftstrafe in Sicherheitsverwahrung zu behalten. Oder schwerstkriminellen Messerstechern ermöglicht in Freiheit zu bleiben. Mit langzeitwirksamen Psychotherapien ist diesen bedauernswerten Mitmenschen mehr gedient. Zudem können deren Opfer bzw die Hinterbliebenen der Opfer ebenfalls therapiert werden, so dass es am Ende weder Täter noch Opfer, sondern nur glückliche, seelisch und geistig gesunde Bürgerinnen und Bürger gibt.

[Bearbeiten] Fallbeispiele

[Bearbeiten] Fallbeispiel 1

Ein 18jähriges Mädchen aus Rheinland-Pfalz mit einem Notenschnitt von 1,0, Maßen 90-60-90, blond und den Leistungskursen Latein, Physik und Ethik weigert sich, die Serien Die Model WG und Germany's Next Topmodel im Fernsehen anzuschauen. Ebenso zeigt sie völliges Desinteresse daran, den Beruf des Models zu ergreifen und bereitet sich lieber auf ein Studium der Quantenphysik an einer US-amerikanischen Eliteuniversität vor. Als ihre Eltern sie an einem Freitag Abend mal wieder über ihren Büchern statt in einer unter jungen Erwachsenen angesagten Discothek erwischen, erwirken sie per Gerichtsbeschluss eine psychologische Untersuchung ihrer Tochter (Familiengericht, Aktenzeichen RTL - 08 - 15, zuständiger Richter: F. Engeland). Aufgrund ihrer Verhaltensmuster und ihrer medizinischen Vorgeschichte (keine Essstörungen, keine Suchtprobleme, keine Abtreibungen, stattdessen Vorliebe für Spinat und Lebertran) wird eine schwere Wahrnehmungsstörung diagnostiziert. Eine Psychiaterin konnte ihr helfen, sich und ihre Umwelt in einem weitaus realitätsnähereren Maße wahrzunehmen. Die junge Frau (inzwischen ist sie 23) entschied sich für eine Karriere als Partygirl und lebt heute mit einem 70 Jahre älteren Mann in einem der angesagtesten Viertel New Yorks.

[Bearbeiten] Fallbeispiel 2

Ein 31jähriger Langzeitarbeitsloser mit Migrationshintergrund und spirituosenellen Neigungen in Neukölln begann, nach Verbüßung einer zweijährigen Haftstrafe wegen verschiedener Gewaltdelikte an seiner „Bitch“ und erfolgreicher Entziehungskur in der JVA, einer geregelten Arbeit als Parkplatzwächter nachzugehen und drohte ins gutbürgerliche Spießertum abzurutschen. Nach langem Drängen seiner „Homies“ begab er sich endlich doch in psychiatrische Behandlung. Die Resozialisierung zeigte Erfolg: der Patient konnte seine Karriere als erfolgloser Gangstarapper und Kleindealer fortsetzen. Seine „Bitches“ beziehen jetzt wieder regelmäßig Prügel von ihm, und im Viertel gibt's jetzt endlich wieder Stoff. Seine Homies widmeten ihm erleichtert auch gleich ein Graffiti:

Zwei Jahre war der Doc so krank
jetzt rappt er wieder
Gott sei Dank!

[Bearbeiten] Fallbeispiel 3

Ein 87jähriger Eben Emael-, Sewastopol-, Stalingrad- und Normandieveteran hört seit etwa 65 Jahren Stimmen aus dem Weltall, die ihm befehlen, den Auftrag zu Ende zu bringen. Der Mann ist seit 20 Jahren ohne Beschäftigung; zuvor hat er Dokumentationen über den zweiten Weltkrieg verfasst. Sein Psychiater, der ihm gegen die immer penetranter werdende Aufforderung, den Auftrag zu Ende zu bringen, eine Beschäftigungstherapie anrät, vermittelt ihm einen Meserschmiede- sowie einen Feuerwerkerkurs an der Volkshochschule. Aus eigenem Antrieb wird er Mitglied im Schützenverein seines Heimatortes. Der Psychiater erklärt ihn nach langzeitwirksamer Therapie für geheilt und verschreibt gegen die leisen Stimmen sicherheitshalber noch ein Paar Gehörschutzstopfen. Etwa zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung hört der Mann die Stimmen erneut, steigt auf seinen Balkon und richtet acht Passanten durch gezielte Kopfschüsse. Den ersten Beamten des in sein Domizil eingedrungenen SEK's streckt er durch einen Streich mit der selbstgeschmiedeten Machete nieder, bevor es den Beamten gelingt, ihn durch einen Lungenschuss tödlich zu verletzen. Sterbend sprengt er seine Behausung mit sich und sieben Polizisten in die Luft.
Seinem Psychiater kann kein Vorwurf gemacht werden. Da der Patient Augenzeugen zufolge seine Gehörschutzstopfen zur Tatzeit getragen hat, müssen eindeutig laute Stimmen zu ihm gesprochen haben, gegen die keine Therapie durchgeführt worden war.

[Bearbeiten] Literatur

  • Rösler: Der menschliche Einsatz von Technik in der Psychotherapie am Beispiel des Elektroschockgerätes. In: Hartmann, Mengele, Frankenstein et al.: Kompendium der verantwortungsvollen Heilmethoden. Bayer Biblis, ISBN 1-7550-9979-9


Stiftung Satiretest
24.02.2010
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