Sünde

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Mohameddöner

Dieser Artikel verletzt absichtlich religiöse Gefühle und erfüllt somit die Kriterien für gute Satire. Shalom!

„Wer unter euch aber ohne Sünde ist, der werfe den ersten Molotow-Cocktail.“

~ Apokryphen 84,13


„Eine Sünde hin und wieder
Labt den Geist wie auch die Glieder“

~ Wilhelm Busch


Als Sünde bezeichnet man jeden Gedanken, jedes Wort, jede Absicht und jede Tat eines Menschen, die ihn vom Zustand der seelischen Reinheit oder/und von Gott entfernt, also nahezu jeden Gedanken, jedes Wort, jede Absicht und jede Tat. Die Strafe für besonders sündiges Leben besteht in weltlichem Erfolg und Wohlstand; angeblich soll die jenseitige Konsequenz im Schmoren im Fegefeuer und ewigen Qualen in der Hölle resultieren, doch sind zu diesem Aspekt keine verlässlichen Quellen verfügbar.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Die Anfänge

Es ist ein Klischee, in diesem Fall aber zutreffend: Die Sünde ist so alt wie die Menschheit. Oder fast. Denn nach Abschluss seines Schöpfungswerks hätte Gott sich zur Ruhe setzen oder ein anderes Betätigungsfeld suchen können. Doch er war kein sehr guter Rhetoriker, was Vortragsreisen ausschloss, und weder Schrebergärten noch Golf waren schon erfunden. So wurde es ihm bald langweilig, und er ersann eine Möglichkeit, wie seine Hilfe, Rat und Tat auch in Zukunft unverzichtbar sein würden. Er machte sich den zugleich mit dem Menschen erschaffenen freien Willen zunutze, wie im 13. Buch der Apokryphen nachzulesen ist:

Und GOtt der HErr gebot Adam und sprach zu ihm:

„Du darfst essen von allen Bäumen im Garten,
aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen;
denn an dem Tage, da du von ihm isst, werde Ich schwere Strafe bringen über dich.“
Und Adam hörte es und sprach:
„Oh, HErr, mein GOtt, welcher Baum ist dies? Es sind derer so viele hier in Eden.“
Worauf GOtt der HErr antwortete und sprach:
„Es ist der schöne, große mit den gar saftigen und zart geröteten Äpfeln, die an seinen Zweigen hangen. Zu deiner Linken sollst du ihn finden.“
Und Adam wandte sich in die gewiesene Richtung,
doch GOtt der HErr hub wiederum zu sprechen an und sagte
„Das andere Links,“
und als Er gewahr wurde, dass Adam nunmehr den richtigen Baum gefunden, fuhr Er also fort:
„Dies ist der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, von dem du nicht essen sollst
die feine, süße, herrliche Frucht, wie anderswo in dieser Welt keine ähnliche gedeiht.
Auch Eva soll nicht sündigen und wagen, an seine Früchte zu rühren, die den Gaumen erquicken
wie nichts, das Ich sonst erschaffen.
Nun aber muss Ich hinfort gehen von hier und die Fische im Meer mit Namen benennen,
einen jeden nach seiner Art, und werde vor dem Abend nicht zurück sein.“

Baum der erkenntnis
Damit nahm das Unglück seinen Anfang...
So dauerte es nicht lange, bis Adam für seine Gefährtin eine Räuberleiter bildete und diese trotz des ausdrücklichen göttlichen Verbots den Apfel vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen pflückte. Vor Schreck über ihre Tat purzelte Eva aus der Krone und wurde so das erste Opfer eines Sündenfalls. Sie hinkte noch wochenlang.

Dies tat ihrer Attraktivität für Adam jedoch keinen Abbruch: Nicht lange nach dem Ausspruch des ewigen Zutrittsverbots zum Garten Eden wurden Kein und Aber geboren, die aufmüpfigen Zwillinge, die ununterbrochen miteinander und mit ihren Eltern im Streit lagen. Als besondere Stichelei entwickelten sie eine noch unvollendete Frühform der Satire, den Keinwitz und den Aberwitz. Da Kein immer stärker bewusst wurde, dass er die Kunst der Satire weit weniger gut beherrschte als Aber, ging er sogar so weit, diesen im Zorn zu erschlagen.

Überhaupt hatte die frühe Menschheit noch einen sehr ungenauen Begriff von der Sünde. Ein Vater hätte sogar beinahe seinen einzigen Sohn getötet, weil ihm nicht klar war, dass man unrechten Befehlen nicht Folge leisten darf. Eine nähere Erläuterung war daher unabdingbar. Eines Tages also lud Gott Moses zu sich ein und übergab ihm einige Ordner mit den zahlreichen Ge- und Verboten. Hier eine kleine Auswahl:

  • Gott ist der einzige Gott. Alle anderen sind Plagiatoren. Dem Plagiat sollst Du nicht huldigen.
  • Es wird eine Kirche geben, die dir alles im Himmel und auf Erden erklärt. Du sollst den Vertretern der Kirche gehorchen und es unbedingt unterlassen, deinen Intellekt zu gebrauchen.
  • Du sollst dir von amerikanischen Wissenschaftlern nichts weismachen lassen.
  • Du sollst jeder deiner Geliebten denselben Spitznamen geben, auf dass du sie nicht verwechselst.
  • Du sollst dich nicht erwischen lassen beim Ehebruch, bei der Börsenmanipulation und mit Alkohol oder Drogen am Steuer.
    Versteckspiel
    Der Sündenbock, Inkarnation der Verfehlung, sucht seiner Strafe durch Rückzug in ein Versteck zu entgehen.
  • Du sollst ein Bild von einem Fisch an deinen Kofferraum kleben, damit andere Verkehrsteilnehmer gewarnt sind.
  • Du sollst nicht schlecht von anderen sprechen, ohne deine Aussage als Hörensagen zu tarnen.
  • Wenn Du nicht leben kannst von deiner Hände Arbeit, dann bedenke, dass du auch Füße hast.

Die erstaunliche Anzahl möglicher Sünden verwirrte die Menschen, inspirierte sie aber auch. Und so herrschten Lug und Trug, Hauen und Stechen Jahrhunderte lang. Durch die starke weltliche Präsenz all dieser Verfehlungen entstand sogar eine felidomorphe Personifikation der Sünde, auch Sündenbock genannt. Gott mochte all dies nicht dulden; er simulierte einen globalen Wasserrohrbruch, bombardierte einige Städte und sprach noch mehrere weitere Ermahnungen aus, doch erst mit der Herausbildung des institutionalisierten Christentums in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung begann die Lage sich zumindest teilweise zu klären: Die wenigen Rechte und zahlreichen Pflichten der Menschen wurden ebenso wie die Sünden normiert, klassifiziert und standardisiert.

[Bearbeiten] Mittelalter und Frühe Neuzeit

Sündenkatalog
Hier ein Ausschnitt aus dem Verzeichnis der käuflichen Sünden.
Damit die Kirche eine möglichst umfassende Erforschung der Sünde betreiben und ihre Deutungshoheit aufrecht erhalten konnte, gaben die Gläubigen freiwillig ein Zehntel ihres Einkommens. Angesichts der Größe der Aufgabe und der Behörde reichten diese Zahlungen bald nicht mehr aus. Ein Dominikanermönch namens Johann Tetzel wurde daher mit dem Fundraising beauftragt. Als vorbereitende Maßnahme ließ er detaillierte Schauergeschichten über das jenseitige Schicksal von Sündern verbreiten und beauftragte den Maler Hieronymus Bosch mit den Illustrationen. Da der Mensch von Natur aus sündig ist (was sich auch in der reflexhaften Angst vor der Polizei äußert, obwohl man genau weiß, dass man nicht gefilmt wurde), verbreitete sich Unruhe im Volk. Als ein ausreichendes Klima der Angst geschaffen war, präsentierte er einen Ausweg: Gegen einen nicht besonders kleinen Geldbetrag konnte man sich von Sünden freikaufen, und zwar im Voraus. Er zog durch die Lande und vertrieb Gutscheine für einen umfassenden Katalog festgelegter Sünden. Wahlweise konnten Einzel- oder Zehnerkarten oder auch Flatrates erworben werden. Die so Freigekauften mussten von der Sünde also nicht ablassen, weshalb sich auch der verkürzte Begriff „Ablassbrief“ einbürgerte. So entstand der Vorläufer der Luxussteuern, die Friedrich der Große später zur Vollendung führte, indem er Steuern, Akzisen und Zölle für alles nicht unbedingt Lebensnotwendige einführte, etwa den Mehrwert, Gardinen oder Kleidung. Tetzel war so erfolgreich, dass der Kirchenstaat nicht nur seinen Behördenapparat und seinen politischen Einfluss erheblich ausweiten, sondern außerdem sämtliche Hypotheken abzahlen konnte.

[Bearbeiten] Spätere Entwicklungen

Der Wandel der Moden zeigt sich nicht zuletzt bei den Sünden: Waren in der Anfangszeit etwa Lüsternheit und Inzest sehr beliebt, hatte zu verschiedenen Zeiten immer wieder das Töten Konjunktur. Heutige Modesünden sind etwa das Belügen von Wählern und das Vernichten von Geld anderer Leute, aber auch Schwarzfahren und Drängeln auf der Autobahn. Die Sünde ist aus der menschlichen Gesellschaft bis heute also nicht wegzudenken. So mussten wegen der Häufigkeit von Erbsünden etwa eigens Nachlassgerichte eingeführt werden, und in heißen Sommern ist jeder noch so kleine Sündenpfuhl überfüllt. Wissenschaft und Kunst befassen sich ebenfalls mit dem Thema: Anaïs Nin legte mit ihrer Habilitationsschrift „Die verbotenen Früchte“ eine umfassende historisch-kritische Analyse vor, Katja Ebstein gelang mit „Sünder gibt es immer wie-hieder“ ein Nummer-Eins-Hit, und auch die Frage nach dem Preis für Ablassbriefe stellt sich noch, etwa in einem Lied der Band Beck: „I'm a sinner bay-beee, so why don't you bill me?“

[Bearbeiten] Siehe auch



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