Sprache

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„Sie sprach: "Versprich mir, Dich nicht beim Vorsprechen zu versprechen!"
Er versprach es ihr und versprach sich doch.“

~ Sie und Er über ein wichtiges Bewerbungsgespräch


„Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen.“

~ Mark Twain über Germanistik


Mit Sprache bezeichnet man im weitesten Sinn die Gesamtheit aller kommunikativen Handlungen[1] (Habermas) von Individuen oder Subjekten. Im engeren Sinn leitet sich Sprache vom eigentlich Gesprochenen (Reimann) ab, jenem akustischen Ereignis, welches den Menschen, das Tier oder auch das Fabelwesen auf oralem Wege verlässt, um von Selbigen als Gehörtes wieder aufgenommen zu werden.

Als anale Variante ergießt sich Sprache vor allem bei der Spezies des Politikers in Form von Sprechdurchfall mit meist unappetitlichem Gelabere.

[Bearbeiten] Wortstammanalyse

Betrachtet man allein den Wortstamm von Sprache, sprach, sowie seine Ableitungen sprech, sprich, sproch, spruch, sprüch und spräch zeigen sich vielversprechende Erkenntnisgewinne, wie Sprache im Alltäglichen und vor allem in unserer deutschen Alltagssprache sich sprachlich manifestiert.

"So sprach Gott ...", oder "also sprach Zarathustra" sind bedeutende gesprochene Zitate von sprachgewaltigen Persönlichkeiten. Was wäre ein Pressesprecher ohne Ansprache und freudige, sowie freudsche Versprecher? Was wäre der Ehekrach ohne Aussprache und was wäre die allgemeine Organisation ohne Absprache, Gespräch oder die Besprechung.

Dafürsprechen und dagegensprechen sind notwendig, um sich mit Sprache Gehör zu verschaffen. Spricht man einen spruchreifen Sprücheklopfer an, so ergibt sich (unter dem Motto: Viele Sprüche verderben die Sprache) das nette Sprachspiel: "Der Zungenbrecher wird zum Zungensprecher, wenn Sprache spricht den Wortversprecher".

Sprache spricht sprichwörtlich Bände und meist widersprüchlich durch Lautsprecher, Fernsprecher, Rechtsprechung oder seltsame Sprachrohre.

[Bearbeiten] Wissenschaft

Nichts ist so vielseitig und unübersichtlich wie die Sprachwissenschaft, sagt der sprechende Volksmund. Linguistiker, Philologen und andere Sprachexperten schmücken seit jeher ihre Wissenschaftsfelder mit sprachlich unverständlichen Begriffen wie: feministische Lingusitik, diachrone Phonetik und Phonologie, synchrone Morphologie, kontrastive Grammatik oder Ethnolingusitik. Und gerade Germanisten haben dazu wesentlich beigetragen, die Handhabung deutscher Sprache möglichst schwierig zu gestalten, um sie als eine der kompliziertesten Sprachen des Universums verkaufen zu können. Ein PISA-Test wird naturgemäß im deutschen Sprachraum immer unbefriedigend ausfallen.

[Bearbeiten] Systematik

Ein hochkomplexes Feld betritt der Sprachwissenschaftler, wenn er versucht, Sprache in eine Systematik zu bringen. Selbst die Wikipedia scheint an einer verständlichen Übersicht zu scheitern. Dabei liegt eine Einteilung von Sprache ganz nah den sechs Sinnen des Menschen und seiner Fähigkeit, diese als Kulturform zu erzeugen.

[Bearbeiten] akustisch (Hören & Sprechen)

  • Synonyme: Verbalsprache, Lautsprache, Labern, Plappern, Quasseln usw.

Gerade für blinde Menschen ist die akustische Kommunikation die einzige Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oft spielen sie diese als leidvolle Behinderung in den Vordergrund und geben sich als akustischer Künstler in Form des Musikers aus, um Weltruhm zu erlangen (Joana Zimmer, Stevie Wonder, Jeff Healey und ca. 10.000 andere Bluesmusiker).

[Bearbeiten] visuell (Lesen, Sehen & Schreiben, Gebärden)

  • Synonyme: Schrift- und Zeichensprache, Gebärdensprache, Körpersprache (Mimik u. Gestik), Symbole, Zeichen usw.

Eine lange Tradition von visualisierter Sprache des Menschen finden wir in den Symbolen und kleinen Malereien, die unsere Vorfahren schon recht ansprechend in Höhlen und Bäumen vor tausenden von Jahren ritzten. Von den Hieroglyphen der Ägypter über chinesischen Schriftzeichen bis hin zum postmodernen Emoticon lassen sich zahlreiche Beispiele finden, wie der Mensch es geschafft hat, eine Funktion der Kommunikation in ein Schriftsymbol zu verschlüsseln.

Zunichte gemacht wurden diese Errungenschaften mit der Erfindung des Buchstabens und seinen Kombinationen in Wort, Wortgruppe, Satz, Nebensatz, Hauptsatz usw., sowie einem komplizierten Regelwerk namens Orthographie und Grammatik. Schriftsprache ist seit ihrer Erfindung mehrdeutig, unverständlich und für eine sinnvolle Kommunikation wenig zu gebrauchen.

[Bearbeiten] taktil (Fühlen & Formen)

  • Synonyme: Tasten, Fummeln, Merken

Ein Hochgenuss für den Sadomasochisten ist die gefühlte Sprache. Popoklopfen und Warzenzupfen mag er heute genau so, wie seine mittelalterlichen Kollegen die Streckbank und das Vierteilen. Auch Kinder lernen schneller die Begriffe der gefühlten Sprache als Lesen und Schreiben (Finger in Kerze= heiß; verbrannte Hand auf Kochplatte= sehr heiß; Backpfeife= mach das nicht nochmal; Arschtritt= sei endlich ruhig).

[Bearbeiten] olfaktorisch (Riechen & Luftverschmutzen)

  • Synonyme: Geruch, Schnüffeln, Miefen, Stinken usw.

Einerseits mit Ekel und andererseits mit Freuden begegnet uns die Geruchssprache im alltäglichen Dasein. Brenzlige Situationen können zum Teil erfolgreich mit der Nase effektiv wahrgenommen werden. Bei Gefahr durch Gas, Kot, Urin und 8x4 hilft frische Luft (wahlweise Fenster öffnen oder Sauerstoffgerät); ebenso bei Pech und Schwefel. Allerdings Pech haben die gehabt, die es mit geruchslosen Sprachakteuren (meist tödlich) wie Weichmacher, Kohlenmonoxid und Sarin zu tun haben.

[Bearbeiten] gustatorisch (Schmecken & Kochen)

  • Synonyme: Kosten, Köstigen, Verköstigen usw.

Geschmäcker sind oft unterschiedlich, weiß der Volksmund. Der größte sprachliche Betrug entsteht dabei, wenn man versucht, kulinarische Geschmackssprache zu visualisieren. Das ganze wird allgemein als Fernsehkochkunst verkauft und suggeriert dem Konsumenten, dass was er dort sieht, in Pfanne und Topf (Begleitet durch die Fachsprache des Gourmets), auch so schmeckt. Der ganze Irrsinn wird abgerundet mit Worthülsen wie: "das Auge isst mit" oder "dieses Gericht ist ein Gedicht". (Fragen Sie mal einen Blinden, er wird Ihnen bestätigen können, dass es sich meist nur um geschmackloses Gelafere handelt!)

[Bearbeiten] Babylonische Sprachverwirrung

Große architektonische Bauprojekte waren in der Menschheitsgeschichte schon immer unbeliebt. Der berühmte Turmbau zu Babel (ca. 700 bis 323 v. Chr., in Babylon) scheiterte am übertriebenen Ehrgeiz der damaligen Baumeister, möglichst pompös zu bauen. Die oberste Bauaufsichtsbehörde fand das gar nicht schön und schob dem Wahnsinn alsbald einen Riegel vor. Dazu verteilte sie hunderte von Bauplänen in den unterschiedlichsten Fachsprachen. Die Baumeister waren etwas überfordert mit dem Textmaterial und ließen schnell ihre Finger vom Projekt. Seit je her steht für Bauprojekte dieser Art der Begriff der babylonischen Sprachverwirrung.

Berühmte babylonische Sprachverwirrungen:

  • Limes: Der römische Grenzwall war an sich gut durchdacht, doch die Holzpfähle konnten einfach nicht ewig halten. (entstandene Fachsprachen: Holzfällerlatein, Kölsch und Schwäbisch)
  • Berliner Mauer: Die sozialistische Aufbauikone Walter Ulbricht wurde oft missverstanden. Sein berühmtes Zitat hieß eigentlich vollständig: "Niemand hatte die Absicht eine Mauer für die Ewigkeit zu bauen." Der Mann hielt sein Wort. 1961 aufgebaut und 1989 niedergerissen, war die Berliner Mauer der Wegbereiter für die Beendigung des kalten Krieges und der Ausgangspunkt für den anschließenden globalisierten Neoliberalismus. (entstandene Fachsprachen: Westdeutsch und Ostdeutsch)
  • World Trade Center: Der Doppelwolkenkratzer stand für kurze Zeit in New York, wurde aber aus politischen Gründen und zum Zwecke des Weltfriedens wieder abgerissen. (entstandene Fachsprachen: Terrorangstsprache in verschiedenen Landessprachen -> Ground Zero, Guantanamo, Waterboarding, Nacktscanner, Schläfer usw.)
  • Stuttgart 21: Das tiefgehende und ehrgeizige Bahnprojekt wurde lange vorbereitet und gut finanziert, bis sich ein paar Hansels zu Baubeginn auf die Straße stellten und anfingen herumzumosern. (entstandene Fachsprache: bürgerschaftliches Gemecker und das Geißlersche Schlichterlatein)

[Bearbeiten] Sprich und lies auch hier

[Bearbeiten] Referenz

  1. für Nichtsoziologen und Kybernetiker sind es Informationen, Signale, Botschaften oder Messages mit permanenter Input-Output-Steuerung

[Bearbeiten] Literatur

  • Fühmann, F: Die dampfenden Hälse der Pferde im Turmbau zu Babel. Berlin. Kinderbuchverlag 1981.
  • Habermas, J.: Theorie des kommunikativen Handelns. Verlag Frankfurt a. M. 1981
  • Reimann, H.: Vergnügliches Handbuch der deutschen Sprache. Bln., R. Piper & Co., 1940.


Stiftung Satiretest
29.01.2011
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